Vojtěch Ignác (Adalbert Ignaz) Týřovský von Einsiedl (gestorben 1695) und das Ende des Geschlechts auf Chříč

Vojtěch Ignác erbte die mit erheblichen Schulden belastete Herrschaft Chříč samt dem Städtchen Kožlany als Minderjähriger; Vormünderin blieb ihm seine Mutter Eva Eurosina, geborene von Klenové. Schon im Dezember 1652 bat sie den Erzbischof, der Kralowitzer Pfarrer Alanus Folkner möge auch die Pfarrei Kožlany verwalten, die damals ohne Priester war, und erinnerte dabei an das Vermächtnis ihres Mannes von 500 Schock für eine monatliche gesungene Messe. Wie verwüstet die Herrschaft war, die sie übernahm, zeigt die amtliche Beschreibung der Jahre 1653–1655: in Kožlany gab es vierzig besetzte und sechzehn wüste Gründe, 441 Strich wüster Felder, sehr verfallene Gebäude und eine wüste Pfarrei, in Hedčany saß kein einziger Wirt und elf Gründe lagen wüst, und in Holovousy standen zwei besetzte Gründe sechs wüsten gegenüber. 1655 sandte sie dem Erzbischof eine Bescheinigung, dass ihre ganze Familie sowie alle Untertanen in Kožlany katholischen Glaubens seien und dass sie am Ostermontag dem Gottesdienst und der Predigt beigewohnt hätten, die der Pfarrer von Čistá, Jan Procerius, hielt, der auch die Pfarrei Kožlany verwaltete.

Die Volljährigkeit erlangte er 1662 und ergriff selbst Besitz vom väterlichen Erbe. Oto Jiří von Helversen, Herr auf Krakovec, ließ sich auf seiner Herrschaft sogleich 3000 Gulden versichern, die ihm der junge Týřovský für goldene Sachen, Diamanten und Rubine schuldig geblieben war. 1676 kaufte er das Dorf Třímaný hinzu – von Norbert Miseroni, der es von der Herrschaft Krašov abverkaufte – und entließ im selben Jahr den Burggrafen Daniel Vlašimský, einen früheren Prager Bürger, aus seinen Diensten, dem er 500 Gulden schuldig blieb.

Wie sein Vater bekleidete er das Amt des Hauptmanns des Rakonitzer Kreises. Die Chronik des Klosters Plasy verzeichnet ihn in dieser Würde am 13. November 1681, als er zusammen mit Graf Štampach, dem Hauptmann des Pilsner Kreises, königlicher Kommissar bei der Wahl des Abtes Ondřej Trojer war. Dieselbe Chronik berichtet, dass der Plasser Ordensmann Leopold Miškovský im März 1688 mladým pánům baronům Týřovským (den jungen Herren Baronen Týřovský) als Präfekt nach Prag mitgegeben wurde, wo er selbst die Rechte studierte; ein anderer Plasser Priester, Kandid Ungar, verbrachte siebzehn Jahre bei Vojtěch Ignác auf Chříč als Hauskaplan.

Die Kožlaner versuchte er vollständig zu unterwerfen: Er ließ sich von ihnen alle Privilegien zur Einsicht geben, und als er sie nach einigen Jahren nicht zurückgab, durchschauten die Bürger die List ihres Herrn und beschwerten sich bei der böhmischen Kammer. Auf Befehl des Kreishauptmanns gab er ihnen die Freiheiten 1680 zurück. Unter seiner Herrschaft verließen sieben Kožlaner Untertanen ihre Anwesen und entliefen. Als sich die Bürger von Čistá 1680 um Jahrmärkte und einen Zoll bemühten, widersetzten sich die Kožlaner sowohl den Märkten als auch dem Zoll, und ihr Erbherr behauptete, die Břežanská hora gehöre ihm, da seine Vorfahren sie von Albrecht Jindřich von Kolovrat gekauft hätten.

An die Kirche in Milíčov, in der sein Großvater ruhte, ließ er 1665 einen Turm anbauen und beschaffte einen Altar.

Er starb 1695 und wurde in der Kirche in Milíčov bestattet. Er hinterließ die Witwe Kateřina Magdalena, geborene Gräfin von Brandenburg, die Söhne Jan Vilém, Michal Antonín und František Pavel sowie die Töchter Anna Barbora und Polyxena Lidmila. Chříč erbte Michal Antonín, der noch nicht volljährig war und daher unter der Vormundschaft seines älteren Bruders Jan Vilém blieb. Die Witwe kündigte sogleich Jan Kautský, der hier dreizehn Jahre Burggraf gewesen war; als sich Kautský eine Stelle bei Herrn Diviš von Helversen auf Krakovec verschaffte, wollte Jan Vilém dessen kranke Frau Barbora mit den zwei Kindern nicht ziehen lassen und ließ sie ins Gefängnis werfen.

Wegen der großen Schulden verkauften die Brüder Týřovský 1701 das Gut Chříč an Václav Josef Graf Lažanský von Buková auf Manětín für 211 000 Gulden und 300 Gulden Schlüsselgeld. Der Kaufvertrag nennt das Dorf Chříč mit dem Herrensitz und zwei Höfen, die Brauerei, den Getreidespeicher, das Städtchen Kožlany, die Dörfer Studená, Hlince, Třímaný, Holovousy, Hedčany, Milíčov, Slatina und Lhota, die Höfe mit Schäfereien Ptíč, Březsko und Dubjany sowie eine Mühle mit Pulverstampfe und Weingarten bei der Stadt Louny. Jeder der Brüder behielt sich fünf Personen vor, und alle verpflichteten sich, der Mutter Kateřina Magdalena jährlich je 300 Gulden zu zahlen. Sedláček fügt hinzu, dass auf der Herrschaft zu jener Zeit 69 450 rheinische Gulden Schulden lasteten, und zählt auf, was sie damals umfasste: das Schloss und Dorf Chříč mit dem Hof, die Dörfer Slatina, Lhota, Holovousy, Hlince und Studená, Hof und Dorf Březsko, den Hof in Ptíč, den Hof Dubjany, Milíčov mit dem Kirchenpatronat, Hedčany, Třímany, Bělbožice, das Städtchen Kožlany mit dem Kirchenpatronat und das wüste Dorf Dolany. Tak Týřovští po stu letech Chříč opustili. (So verließen die Týřovský nach hundert Jahren Chříč.) Dass die neue Herrschaft schon Ende 1701 auf Chříč saß, belegt die Plasser Chronik: Seit dem 19. November 1701 wirkte dort ein Kaplan u hraběnky Lažanské na Chříči (bei der Gräfin Lažanská auf Chříč).

Quellenverzeichnis:

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