Jindřich Jakub (Heinrich Jakob) Týřovský von Einsiedl (gestorben 1618)

Jindřich Jakub, der Sohn des auf Hřebečníky sitzenden Jiřík, wuchs nach dem Tod des Vaters bei seinem Oheim Jan auf, der Hřebečníky für ihn verwaltete, und dankte ihm 1600, als er volljährig wurde, für die Verwaltung. 1602 ereignete sich auf der Feste Hřebečníky eine zlá příhoda (böse Begebenheit): Zdislav Hrobčický von Hrobčice erstach hier mit zwei Dolchstichen Jindřich Sekerka von Sedčice und floh nach der Tat.

1609 ergriff er gleich nach dem Tod seines Oheims Besitz vom Gut Chříč. Um aus den Schulden zu kommen, verkaufte er die Feste Hřebečníky und das Dorf Novosedly – nach Sedláček zusammen mit dem Lehnsdorf Šlovice an Jiřík Děpolt Černín von Chudenice –, verpfändete Milíčov und verkaufte den Wald mit der Wiese namens Chrustina. Das Gut ließ er jedoch nicht beschreiben, und die Verfügung seines Oheims trug er nicht in die Landtafeln ein.

Das nutzte Maxmilián Krakovský auf Šípy, Jans einstiger Oheim mütterlicherseits: Er lud Jindřich Jakub vor Gericht und ergriff 1616 selbst Besitz vom Gut Chříč, um es zu erhalten und zu verhindern, dass die Gläubiger alles an sich nähmen. Týřovský leistete Widerstand, schloss aber binnen eines Jahres einen Vergleich mit ihm und übernahm Chříč wie auch Milíčov wieder selbst.

Auch mit Maxmilián war er zuvor persönlich aneinandergeraten. 1611 ritt er von Chříč durch Šípy und hielt auf Bitten Karel Krakovskýs vor der Feste auf einen Becher Wein an. Maxmilián trat mit dem Rapier aus der Feste und überschüttete ihn mit Schmähungen; es kam zu einer heftigen Schlägerei, in der Týřovský Maxmilián das Rapier entriss und eilends davonritt. Ähnlich endete eine Wette mit Karel Vtelenský von Hluboš, der 1616 nach Chříč kam: Jindřich Jakub forderte ihn um hundert Dukaten heraus, dass er den Knauf vom Dach des Schlosses nicht binnen zehn Schüssen herunterschieße. Vtelenský schoss den Knauf herab, doch Týřovský verweigerte ihm den Einsatz, ritt dann nach Hluboš und nahm in dessen Wohnung eine stehende Schlaguhr im Wert von 50 Schock an sich.

Den Kožlanern erfüllte er, worum sich sein Oheim vergeblich bemüht hatte. 1612 erwirkte er ihnen bei König Matthias einen Majestätsbrief über zwei Jahrmärkte mit Viehzoll – der erste am Tag des heiligen Laurentius, der zweite am Tag des heiligen Matthäus, mit einer Freiung von acht Tagen – und ergänzte ihn selbst um eine Reihe von Freiheiten. Er erlaubte ihnen, zum Nutzen der Gemeinde einen Hof mit einer oder zwei Hufen Feld zu kaufen und sich ein Rathaus zu bauen, in dem sie über einheimische wie auswärtige Leute Urteile fällen sollten, mit Berufung an die Prager Burg; die Schule sollte weiterhin unter der Gewalt des Bürgermeisters und der Ratsherren bleiben, die den Schulverwalter und den Ratsschreiber selbst einsetzten. Die Ansässigen durften frei testieren und ihre Höfe verkaufen, reihum Bier in der Gemeindebrauerei brauen, es ausschenken und auch anderswohin führen, mit Salz, Pech und Eisen handeln, sich für den Gemeindewald einen eigenen Förster wählen, und es blieben ihnen die Hasenjagd sowie der Fang von Fischen und Krebsen in den Bächen erhalten. Dafür mussten sie von jedem schossbaren Haus zwei Tage im Jahr auf dem Meierhof in Chříč abarbeiten und der Obrigkeit beim Abfischen des großen Teichs von Týřov behilflich sein.

1612 erbat er sich von der Prager Universität einen Präzeptor pro syna svého a některé poddané, k liternímu umění oddané (für seinen Sohn und einige den Wissenschaften ergebene Untertanen); die Universität schickte ihm Jaroš Rychter Jaroměřický. Neben dem kleinen Adam Jindřich lernten so auf Chříč auch Kinder von Untertanen. Winter schließt daraus, dass mit der Ankunft eines Privatlehrers auf einem Herrensitz mitunter eine ganze improvisovaná školka (improvisierte kleine Schule) entstand.

Wirtschaftlich war er unternehmungslustig – 1614 eröffnete er bei Chříč eine Alaun- und Schwefelhütte. Er war Hauptmann des Rakovníker Kreises und stellte beim Aufstand der böhmischen Stände gegen König Ferdinand 1618 vier Reiter und sechsundzwanzig bewaffnete Fußknechte. Im Sommer desselben Jahres starb er. Begraben wurde er in der Kirche in Milíčov, die er zuvor hatte erweitern lassen, und bis heute befindet sich dort sein Grabstein mit der Inschrift Leta 1618 dne 20. juli umřel pan Jindřich Jakub Tejřovský z Einsidle pán na Chříči, Dubjanech a Březsku, hejtman kraje Rakovnického.

Nach seinem Tod befand ihn die Konfiskationskommission der Teilnahme am Aufstand für schuldig, die Güter Chříč, Kožlany und Hřebečníky beließ sie jedoch seinem minderjährigen Sohn Adam Jindřich. Bílek fügt aus den Konfiskationsakten hinzu, dass er zemřel v čas zpoury dne 20. července 1618, jíž se zúčastnil (zur Zeit des Aufstands, an dem er teilgenommen hatte, am 20. Juli 1618 starb) und dass er unter die v trvalé zpouře zemřelé (im fortdauernden Aufstand verstorbenen) Personen eingereiht wurde, gegen die ein postumer Prozess geführt wurde; ihre Erben lud Fürst Liechtenstein mit Edikt vom 14. Juli 1622 vor.

Mit seiner Frau Dorota Újezdecká hatte er den Sohn Adam Jindřich und die Tochter Dorota Polyxena. Beide waren beim Tod des Vaters minderjährig, und zur Vormünderin wurde ihnen die Jungfrau Dorota Týřovská bestellt, die noch nicht abgefundene Schwester des Verstorbenen, die 1621 auf die Vormundschaft zugunsten von Bohuslav Jiří Krakovský auf Šípy und Opálka, eines Rates des Kammergerichts, verzichtete. Dieselbe Dorota šlechtična Tejřovská (Dorota, Edelfrau Týřovská) steht in Bíleks Verzeichnis der Witwen und Frauen, die auf Befehl der Direktoren ihre Leute zum Ständeheer schickten und den aufständischen Ständen Steuern abführten. Die Tochter Dorota Polyxena heiratete Petr Jiří Kokořovec von Kokořov auf Šťáhlavy; 1628 gehörte sie zu den Personen des Ritterstands des Pilsner Kreises, die der Reformationskommission versprachen, binnen Jahresfrist den katholischen Glauben anzunehmen, 1637 kaufte sie das Gut Nečtiny, und 1638 errichtete sie mit ihrem Mann bei der Feste Šťáhlavy die Kapelle des heiligen Adalbert. Sie starb 1640.

Quellenverzeichnis:

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