Streithammer

Einführung

Mit der Entwicklung der Plattenrüstung und dem Aufstieg der Infanterie als Hauptkampfkraft im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sich auch die Gestaltung der Stangenwaffen der Infanterie weiter — im tschechischen Kontext als kúsy bekannt —, die verschiedene Möglichkeiten des Stechens, Hauens oder Schlagens kombinierten.

Streithämmer aus der Mitte des 15. Jahrhunderts haben eine relativ einfache Form mit einem kurzen, massiven Schnabel (bec-de-corbin) und einem ebenfalls kurzen, massiven Dorn im Vergleich zu späteren Hämmern, wie dem Luzerner Hammer. Ebenso war der zentrale Niet noch nicht zu Spitzen ausgezogen.

Abb. 1: Zweihändiger Streithammer für den Fußkampf, Deutschland, um 1440.
Abb. 1: Zweihändiger Streithammer für den Fußkampf, Deutschland, um 1440.
Abb. 2: Einhändiger Streithammer, Frankreich, um 1450.
Abb. 2: Einhändiger Streithammer, Frankreich, um 1450.
Abb. 3: Luzerner Hammer, Schweiz, 1500.
Abb. 3: Luzerner Hammer, Schweiz, 1500.
Abbildung 1: Zweihändiger Hammer aus dem Worcester Art Museum, Deutschland, um 1440.
Länge des erhaltenen Teils: 105,4 cm
Gewicht: 2041,1 g


Abbildung 2: Einhändiger Hammer aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, Frankreich, um 1450.
Länge: 65,5 cm
Gewicht: 1474,2 g


Abbildung 3: Luzerner Hammer aus dem Philadelphia Museum of Art, Schweiz, 1500.
Kopfhöhe: 48,6 cm
Kopflänge: 21,3 cm


Rekonstruktion

Für die Rekonstruktion wählten wir den Hammer aus Worcester aufgrund seiner Datierung. Ein interessantes Merkmal dieses Hammers ist, dass sein Kopf nicht mit Nieten, sondern mit Schraubenpaaren mit Vierkantköpfen am Schaft befestigt ist. Die Länge der Replik beträgt 220 cm und ihr Gewicht 2847 g. Die Replik wurde von Vojtěch Jelínek angefertigt.










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