Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková.
Übersetzungshinweise: Nach reiflicher Überlegung habe ich den Begriff „fuhrweyn“ als „Kriegswagen“ übersetzt. Der Beschreibung nach handelt es sich um einen robusten Wagen, etwas größer als die übrigen.
Der Begriff „lotbuchse“ wurde bisher nur im Zusammenhang mit dem Deutschen Orden gefunden. Er dürfte eine Feuerwaffe bezeichnen, die Bleikugeln verschießt, ohne nähere Spezifikation. Sowohl lotbuschen, bei denen es sich um Handwaffen handelt, als auch lotbuchsen, die auf Lafetten montiert sind, werden vermischt. Hier habe ich das Äquivalent leichtes Geschütz gewählt, also ein kleines lafettiertes Geschütz, es könnte sich aber auch um eine Hakenbüchse handeln.
Der Begriff „warpen“ ist wahrscheinlich eine Abkürzung von „warpenweyn“, was im preußischen Deutsch einen Wagen zum Transport von Kriegsmaterial bezeichnet.
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková, Korrekturen von Daniel Burger.
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková, Korrekturen von Daniel Burger.
Ouch haben wir fürgenommen und lüte bestallt mit der wagenburge dem volk zu widerstehn, und sollen tusent wagen, iglicher mit zwein starken knechten, die wohl gefahren können, und vier starken wagen- hengsten, wohl gemähnet und gestallt, mit leitern, zäunen, starken lüssen [leisten], halb mit leinem tuch gedeckt, und unden zwischen den zwein achsen an der langwide ein stark brett an ketten hangen, gestalt, dass man das anhenken und abthun möge, wann man will; und sollen je zween wagen ein ketten haben, die acht ellen lang sei, mit einem ring und einem hacken, dass man die an und abthün möge, wann man will; und sollen zu iglichen wagen zwo handbüchsen, und zu iglicher handbüchsen zum minsten sechzig bleiklötz, und zu zwein wagen ein kammerbüchs und darzu zum minsten dreissig stein, als gross als ein haupt ist, und zu iglichem wagen zween flegel, die beslagen und mit ketten angehenkt sind, zwoo gleen [gleven] und hacken daran, drei setztartschen von borten mit stecken hinden daran, ein schufel, ein haue und ein bickel gehören, und darumb so wollent uwer wagen also zustellen, und auch stein, pulver, blei und pfeil, so ihr meiste mögent mit uch bringen.
Dat. ut supra.
Und wir haben angeordnet und Leute mit der Wagenburg angeworben, um dem Feind zu widerstehen, und es sollen tausend Wagen sein, jeder mit zwei starken Knechten, die gut fahren können, und vier starken Zugpferden, gut gemähnt und wohlgestaltet, mit Leitern, Zäunen, verstärkten Leisten, halb mit Leinentuch bedeckt, und unten zwischen den beiden Achsen an der Langseite ein starkes Brett an Ketten hängend, so angebracht, dass man es anhängen und abnehmen kann, wann man will; und je zwei Wagen sollen eine Kette haben, acht Ellen lang, mit einem Ring und einem Haken, so dass man sie an- und abhängen kann, wann man will; und zu jedem Wagen zwei Handbüchsen, und zu jeder Handbüchse mindestens sechzig Bleikugeln, und zu je zwei Wagen eine Kammerbüchse und dazu mindestens dreißig Steine von der Größe eines Kopfes, und zu jedem Wagen zwei Flegel, die beschlagen und mit Ketten angehängt sind, zwei Gleven mit Haken daran, drei Setztartschen aus Brettern mit Stecken hinten dran, eine Schaufel, eine Haue und eine Spitzhacke; darum rüstet eure Wagen entsprechend aus und bringt auch Steine, Pulver, Blei und Bolzen mit, so viel ihr tragen könnt.
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková.
Sie wurde in den Chroniken der deutschen Städte, Nürnberg, II, auf den Seiten 252 bis 254 gedruckt. Sie erwähnt den Feldzug nach Spalt, der im Juni 1450 endete.
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková
Übersetzungshinweise: Im Deutschen wird der Begriff Wagenberg für die Wagenburg verwendet, was eher der Übersetzung Wagenschloss entspricht. Wenn im Text von der Wagenburg die Rede ist, bezieht sich dies auf alle Wagen insgesamt, unabhängig davon, ob die Wagenburg im böhmischen Sinne errichtet wurde oder ob sich die Wagen in Bewegung befinden, wie im folgenden Text erörtert wird.
Item es zeihet (ziehet) E. G. mit einer grossen wagenborg, und sunderlich wenn die wagenborg im zoge ist, so bestelle E. G. die warte gar wohl und vorn, hinder und vordern wagenborg, und blibt mit allem volk in der mitte neben der wagenborg, ab sie hindern oder vorn angegriffen worden, dass man kan zu holfe kommen. Ein wagenborg kann nicht an allen orten ubern wasser, graben, thale, berge und holz in ihren IV zeilen, wie sich das geboret, gehen; und also sic IIzeilicht gehet, mussen sie sich gar lang erstrecken, daromb kann man zu zeiten hinden oder vorn ein rad abgehen, sunderlich als ich gehort, E. F. G. habe uber tausend heerwagen, ane (ohne) futterwagen, nechstmals im felde gehabt.
Eure Gnaden ziehen mit einer großen Wagenburg, und besonders wenn die Wagenburg auf dem Marsch ist, soll Eure Gnaden die Wache vorne, hinten und vor der Wagenburg sehr gut anordnen und mit dem gesamten Volk in der Mitte neben der Wagenburg verbleiben, damit man zu Hilfe kommen kann, falls sie von hinten oder vorne angegriffen werden. Eine Wagenburg kann nicht an allen Orten über Wasser, Gräben, Täler, Berge und Wälder in ihren IV Reihen, wie es sich gehört, fahren; und wenn sie in zwei Reihen fährt, muss sie sich sehr lang erstrecken, deshalb kann manchmal hinten oder vorne ein Rad abgehen, besonders wie ich gehört habe, dass Eure Fürstliche Gnaden beim letzten Mal über tausend Heerwagen im Feld gehabt hat, ohne die Futterwagen mitzuzählen.
Diese Ordnung wurde von Kurfürst Albrecht Achilles von Brandenburg für den Pommerischen Krieg erlassen. Sie wurde erstmals 1830 im Archiv für die Geschichtskunde des Preussischen Staates I gedruckt.
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková.
Diese Wagenordnung in der Handschrift Philipps von Seldeneck, eines fränkischen Adligen, die in der Großherzoglichen Bibliothek von Baden-Baden unter der Signatur Durlach 18 aufbewahrt wird, enthält eine deutsche Übersetzung des Vegetius in Abschrift und anschließend eine Abschrift der Ordnung und geschick der vagenburg. In diesen Kodex schrieb Seldeneck an leeren Stellen verschiedene Abhandlungen für seine Söhne, die sich insbesondere auf die Heeresaufstellung und das Militärwesen im Allgemeinen bezogen. Aus Anmerkungen auf den Blättern 111b und 115b, die seine Person betreffen, geht hervor, dass er seine Ergänzungen als alter Mann verfasste, der sich an die Kriege in Böhmen, Polen und Preußen erinnerte, als seien sie in seiner Jugend geführt worden, also etwa 50 Jahre zuvor. Die Ordnung zur Wagenaufstellung wurde, wie bereits oben erwähnt, nicht von Seldenecks Hand geschrieben und umfasst 76 Paragraphen. Dazu fügte Seldeneck einen Nachtrag von 7 Paragraphen hinzu, Wie du mit wenig wägen ein wagenburg machen sollt, der für kleinere Verhältnisse bestimmt war, die er mit Blick auf seine Söhne bedachte. Diese Ordnung ist besonders bedeutsam, weil sie weitgehend die Art und Weise des Manövrierens mit Wagen und die Wagenaufstellung sowohl auf dem Marsch als auch in der Schlacht erläutert. Leider sind ihre Erklärungen bisweilen unverständlich.
Übersetzt von PhDr. Zdeňka Kopková.
Zu merken notdurft, ordnung und geschick der wagenburg in ein feld zu den feinden und von den feinden.
Zum ersten.
Zu beachten: die Erfordernisse, Ordnung und Geschicklichkeit der Wagenburg im Feld gegen den Feind und vom Feind weg.
Erstens.
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