German Military Orders and Writings


Nuremberg Resolution of 23 April 1428

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková.

 

  1. Item einen streitwagen zu bestellen.
  2. Item in den städten 10 mann zu einem wagen.
  3. Item auf den dörfern 20 mann zu einem wagen.
  4. Item zu iglichem wagen zween büchsenschützen mit pulver und bleis genug.
  5. Item zween schützen mit armbrust, iglicher schütz 2 schock pfeil.
  6. Item 2 mann mit drischeln.
  7. Item 2 mann mit spiessen, die hinden an der tülle ein eisen schneidende haken haben.
  8. Item 2 mann mit stabschleudern.
  9. Item vier starker pferde zu einem wagen.
  10. Item 2 stark fuhrmann, die ihre wehre haben.
  11. Item ein kurb uf den wagen, da man stein einlist.
  12. Item 1 eisene schaufeln, 1 hauen, 1 mulden, 1 axt, 1 stein- pickel.
  13. Item ein wagenketten, die als lang sei, als sunst ander drei sind.
  1. To equip a war wagon.
  2. In the towns, 10 men to one wagon.
  3. In the villages, 20 men to one wagon.
  4. To each wagon, two handgunners with a sufficient amount of powder and lead.
  5. Two crossbowmen, each with 2 threescore bolts.
  6. Two men with flails.
  7. Two men with spears that have an iron cutting hook at the back of the socket.
  8. Two men with staff slings.
  9. Four strong horses to each wagon.
  10. Two strong drivers who have their own weapons.
  11. One basket on the wagon to load stones into.
  12. One iron shovel, 1 mattock, 1 trough, 1 axe, 1 stone pick.
  13. One wagon chain, which shall be as long as three others combined.

Wagon Order of the Teutonic Knights of 19 April 1433

Translation notes: After consideration, I translated the term fuhrweyn as war wagon. Based on the description, it refers to a sturdy wagon, somewhat larger than the others.
The term lotbuchse has so far only been found in connection with the Teutonic Order. It should refer to a firearm shooting lead bullets without further specification. Both lotbuschen, which are handheld weapons, and lotbuchsen, which are mounted on carriages, are mixed together. Here I chose the equivalent light cannon, i.e. a small carriage-mounted cannon, but it could also be a hook gun.
The term warpen is probably an abbreviation of warpenweyn, which in Prussian German is a wagon for transporting military material.

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková, corrections by Daniel Burger.

 

  1. Zum ersten einen guten, starken, grossen fuhrweyn mit hohen raden, die beslagen sin, und dass der etwas weiter sei, dann andere weyen und darzu gute pferde, funfe oder sechse.
  2. Item zum weyen zehn manne und vier oder funf gute armbrost mit sin pfilen im köcher, und iderman einen guten schild.
  3. Item zum weyen vier gute lange lotbuchsen.
  4. Item zu itzlicher buchsen 4 pfund pulver und zwee schock gelote.
  5. Item zum weyen zwee schock pfeile.
  6. Item zum weyen zwee glevenien.
  7. Item zwee stark ketten, als die fuhrleute pflegen zu führen.
  8. Item zu zwenzig weyen eine buchse, die ein stein schiesst alls ein gut haupt.
  9. Item zum weyen eine haue, ein spaten und ein schufel.
  10. Item zum weyne unden ein brett zweier guter finger dicke, das da reichet an der breite eine spannen von der erden.
  11. Item itzlicher gebietiger soll mit seinen leuten und untersassen bestellen, dass man von zween oder drien warpen oder speiseweyen usrichte einen guten fuhrweyn, und dass die leute zusampen spannen und gute vier pferde darzu usrichten.
  1. First, a good, strong, large war wagon with tall wheels that are iron-clad, and it shall be somewhat wider than the other wagons, then the other wagons, and good horses for it, five or six.
  2. To each wagon, ten men and four or five good crossbows with bolts in quivers, and each man with a good shield.
  3. To each wagon, four good long light cannons.
  4. To each cannon, four pounds of powder and two threescore lead bullets.
  5. To each wagon, two threescore bolts.
  6. To each wagon, two glaives.
  7. Two strong chains, such as drivers are accustomed to carry.
  8. To twenty wagons, one cannon that shoots a stone the size of a good head.
  9. To each wagon, one mattock, one spade, and one shovel.
  10. To each wagon below, a board two good fingers thick, which reaches in width one span from the ground.
  11. Each commander must order his men and subjects to equip each such war wagon with two or three wagons of provisions or military supplies, and that the men harness together and provide four good horses for it.

Frankfurt Wagon Order of 1444

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková, corrections by Daniel Burger.

 

Ouch haben wir fürgenommen und lüte bestallt mit der wagenburge dem volk zu widerstehn, und sollen tusent wagen, iglicher mit zwein starken knechten, die wohl gefahren können, und vier starken wagen- hengsten, wohl gemähnet und gestallt, mit leitern, zäunen, starken lüssen [leisten], halb mit leinem tuch gedeckt, und unden zwischen den zwein achsen an der langwide ein stark brett an ketten hangen, gestalt, dass man das anhenken und abthun möge, wann man will; und sollen je zween wagen ein ketten haben, die acht ellen lang sei, mit einem ring und einem hacken, dass man die an und abthün möge, wann man will; und sollen zu iglichen wagen zwo handbüchsen, und zu iglicher handbüchsen zum minsten sechzig bleiklötz, und zu zwein wagen ein kammerbüchs und darzu zum minsten dreissig stein, als gross als ein haupt ist, und zu iglichem wagen zween flegel, die beslagen und mit ketten angehenkt sind, zwoo gleen [gleven] und hacken daran, drei setztartschen von borten mit stecken hinden daran, ein schufel, ein haue und ein bickel gehören, und darumb so wollent uwer wagen also zustellen, und auch stein, pulver, blei und pfeil, so ihr meiste mögent mit uch bringen.
Dat. ut supra.

And we have arranged and enlisted men with the wagon fort to resist the enemy, and there shall be a thousand wagons, each with two strong servants who can drive well, and four strong draught stallions, well maned and formed, with ladders, fencing, reinforced braces, half covered with linen cloth, and below between the two axles on the longitudinal side a strong board shall hang on chains, arranged so that it can be attached and removed whenever one wishes; and every two wagons shall have one chain, eight ells long, with a ring and a hook, so that it can be attached and removed whenever one wishes; and to each wagon two handguns, and to each handgun at least sixty lead bullets, and to every two wagons one chamber gun and at least thirty stones the size of a head, and to each wagon two flails that are iron-clad and attached with chains, two glaives with hooks on them, three set pavises with boards and stakes at the back, one shovel, one mattock, and one pick; so therefore equip your wagons thus, and also bring stones, powder, lead, and bolts as much as you can carry with you.

Nuremberg Wagon Order of 1450

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková.

It was printed in Chroniken der deutschen Städte, Nürnberg, II, on pages 252 to 254. It mentions the expedition to Spalt, which ended in June 1450.

 

Von dem zeug der wagenburg.
  1. Item darnach steht geschrieben, was man wägen und karren mitgenommen hat, die zu der wagenburg gehören, wenn man ausgezogen ist.
  2. Item man hat zu dem ersten mitgenommen 2 wagenpüchsen, die Widersteinin genannt, darzu 50 stein, die hat man geladen auf 3 wägen, und darmseil darzu; und an die zween püchsenwägen 16 pferd, und an ein jeden steinwagen 4 pferd.
  3. Item mer hat mitgenommen 3 wägen, darauf da lagen 3 püchsen mit einem kreuz, und auf jedlichem wagen 15 stein; an jedlichem wagen 4 pferd.
  4. Item mer hat mitgenommen 2 karrenpüchsen mit zweien kreuzen, an einem karren 3 pferd, und zu jedlicher püchsen 25 stein, die soll man besunder legen auf einen wagen und 3 pferd daran.
  5. Item mer hat mitgenommen 7 karrenpüchsen mit einem kreuz, und an ein jedlichem karren pferd, und zu jedlicher püchsen 25 stein, die soll man besunder legen auf ein wagen und 4 pferd daran.
  6. Item mer hat mitgeführt 2 schermpüchsen auf karren, zu jedli- chem karren 20 pleikugeln, gezeichnet mit zwei strolen, die kugeln in ihrem trüchlein; an jedem karren 3 pferd.
  7. Item mer 4 karren mit pleipüchsen, die schiessen pleikugeln als die taubeneier; an jedlichem karren 2 pferd.
  8. Item wer aber, dass man her reisen wollt mit brennen oder feld zu slahen, so hat man nit als viel zeugs genommen als vor; sunder der püchsen soll man dester minner mit nehmen, ob es an ein treffen gieng, als vor Spalt, aber der stein hat man am halbteil genug.
  9. Item zum ersten hat man mitgenommen 2 wägen mit pulver und hauspfeil und feuerpfeil und feuerkugeln, an einem wagen 4 pferd.
  10. Item ein wagen mit pafesen und daran 4 pferd.
  11. Item zween wagen mit leitern, lang und kurz, bei 7, und an eim wagen 4 pferd.
  12. Item zwei wägen mit mauerbanken, an einem wagen 4 pferd.
  13. Item man hat auch einem jedlichen geschrieben wagen geben ein ketten bei 1½ kloftern lang, ob man wollt ein wagenburg schliessen; und die ketten beschreib man, wenn man sie leiht, dass man sie wiss an ihm zu fordern.
  14. Item man hat auch einem jedlichen viertelmeister hie heim ge- sendt von der stadt zeug 25 spiess und 25 helmparten, dass sie die ihren hauptleuten antworteten oder liehen, ob man auszug, dass einer eim ein wehr liehe, der keine hätt oder gehaben möcht, als vor geschrieben ist.
  15. Item mer was bestellt zu einem jeden wagen ein grosse plahen, und wenn man auszohe, dass man die mitführet, ob sein not geschehe, dass man darein lüde.
  16. Item mer hat man bestellt zu jedem wagen, der an dem sold war, ein grosse lagelen; und wenn man auszohe, so musst sie der wagen- mann füllen mit wasser und auf den wagen legen, wann der wein was gar teuer; auch was bei einem jeden wagen ein haue und ein schaufel.
  17. Item dieselben wägen sammten sich am markt und den bott auf
  18. Item mer hätt bestellt bretter, und wenn man auszoch, so mussten sie die bretter an die wägen hängen, und welcher sie nicht anhieng, dem gab man dieselben wochen kein sold.
On the equipment of the wagon fort.
  1. Hereinafter is written what wagons and carts were taken along, which belong to the wagon fort, when we set out.
  2. First, we took along 2 wagon cannons called Widersteinin, plus 50 stones, which were loaded onto three wagons, and gut rope to go with them; and for both cannon wagons 16 horses, and for each stone wagon four horses.
  3. Furthermore, we took along three wagons on which there lay three cannons with a cross, and on each wagon 15 stones; for each wagon 4 horses.
  4. Furthermore, we took two carriage-mounted chamber guns with two crosses, for each cart 3 horses, and for each gun 25 stones, which are to be loaded separately onto one wagon, and 3 horses for it.
  5. Furthermore, we took seven carriage-mounted chamber guns with one cross, and for each cart a horse, and for each gun 25 stones, which are to be loaded separately onto one wagon, and 4 horses for it.
  6. Furthermore, we took along two shielded cannons on carts, for each cart 20 lead balls, marked with two arrows; the balls in their small chest; for each cart three horses.
  7. Furthermore, 4 carts with lead guns that shoot lead balls the size of pigeon eggs; for each cart two horses.
  8. However, if one wished to travel hither to burn or to take the field, one did not take as much equipment as before; rather, one should take fewer cannons, in case it came to an engagement as before Spalt, but half the stones are sufficient.
  9. First, we took along two wagons with powder, crossbow bolts, fire arrows, and fireballs, for each wagon four horses.
  10. One wagon with pavises and four horses for it.
  11. Two wagons with ladders, long and short, about 7, and for each wagon four horses.
  12. Two wagons with full wooden sideboards, for each wagon four horses.
  13. Each registered wagon was also given a chain about 1½ fathoms (approx. 2.6 m) long, in case one wished to close the wagon fort; and the chains were recorded when lent, so that one knew from whom to reclaim them.
  14. Each quarter-master was also sent from the city 25 spears and 25 halberds, which they were to hand over or lend to their captains when marching out, so that one man might lend a weapon to another who had none or could not obtain one, as written above.
  15. Furthermore, a large tarpaulin was ordered for each wagon, to be taken along when marching out, in case of need, to load goods into.
  16. Furthermore, a large barrel was ordered for each wagon that was on the payroll; and when marching out, the wagon driver had to fill it with water and place it on the wagon, as wine was very expensive; also, each wagon had a mattock and a shovel.
  17. These same wagons assembled at the market and were ordered (we do not know by whom, the name is missing).
  18. Furthermore, boards were ordered, and when marching out, they had to hang the boards on the wagons, and whoever did not hang them received no pay that week.

Instruction of Margrave Albrecht of 15 May 1475 on Defending the Wagon Fort

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková

 

  1. Man soll Graben und Bollwerk um die Wagenburg bessern, Büchsen und andere Geschoss an die vier Seiten vertheilen, die Pferde aus der äusseren Zeile entfernen.
  2. Zu jedem Wagen sechs Mann zu Fuss bestellen, von dem reisigen Zeug soll ein Viertheil vor den Wagen bleiben, die übrigen zur Vertheilung in die Wagenburg geschickt werden.
  3. An jegliches der zwei Thore kommen 1000 Mann Fussvolk mit einigen Reitern. An jedes äussere Eck der Wagenburg 500 Fussknecht, die da auf beiden Seiten, wo es Not wird, zur Wehre sind bis auf das andere Eck, das gegen sie herauf dient.
  4. Zwei tausend sollen mitten auf dem Platz in der Wagenburg mit den andern Haufen bleiben, und von da aus, wo es Not thut, zu Hilfe eilen.
  5. Die Wartleut sollen sich mit dem Feind in kein Scharmützel einlassen.
  6. Hat ein Viertheil der Büchsen- und Armbrustschützen abge- schossen, soll das andere warten, bis das erste wieder geladen, oder die Armst gespannt hat.
  7. Der Obersthauptmann und die ihm zugegebenen vier Hauptleut sollen mit dem frühesten herumreiten, und wo es Not thut, die Leute zur Wehr bringen.
  8. (Zur Verfolgung des abgetriebenen Feindes werden besondere Abtheilungen bestimmt.)
  1. It is necessary to improve the ditch and fortification (bastion) around the wagon fort; distribute cannons and other projectiles to the four sides, and remove the horses from the outer row.
  2. Assign six men on foot to each wagon; one quarter of the cavalry shall remain in front of the wagons, the rest shall be sent to the wagon fort for distribution.
  3. To each of the two gates, 1,000 infantrymen with several horsemen shall report. To each outer corner of the wagon fort, 500 infantrymen, who shall stand ready for defence on both sides where needed, up to the other corner that serves opposite them above.
  4. Two thousand shall remain with the other troops in the middle of the square inside the wagon fort and from there rush to aid wherever there is need.
  5. The sentries shall not engage in any skirmish with the enemy.
  6. When one quarter of the handgunners and crossbowmen has fired, the other quarter shall wait until the first has reloaded or respanned the crossbow.
  7. The supreme commander and the four captains assigned to him shall ride around at the earliest opportunity and, where there is need, bring the men to defence.
  8. (Special detachments are designated for the pursuit of the repelled enemy.)

Instruction of Margrave Albrecht of 1477 on Wagon Formation

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková

Translation notes: In German, the term wagenberg is used for the wagon fort, which corresponds more closely to the translation wagon castle. When the text speaks of the wagon fort, it refers to all the wagons collectively, regardless of whether the wagon fort, as understood in the Czech context, has been established, or whether the wagons are in motion, as discussed in the following text.

 

  1. Zu der macht des heerzugs muss man haben tausend wagen
  2. Item IIm dort in, ausserhalb der frunt ...
  3. Item zu den tausent wagen sollen zu iglichen wagen X mann geordnet werden, das macht: X tausend mann, nemlich tausend wagenknecht, tausend schäufler, die da graben zu befestigung und notdurft des heers und gewinnung der sloss, und VIII guter gerüster drabanten; das ist die austeilung der zehner, die zu einem jeden wagen gehören, die bleiben halb bei den wagen, und halbe uf den platz.
  4. Item ein iglicher wagen muss haben zwei schaufel, einen bickel, ein beiel und ein hauen.
  5. Item zwu zaun gegen einander, und darüber ein höbelen (häub- lein) uf das geringst mit einer groben leinwand uberdeckt.
  6. Item under den tausent wagen mussen IV wagen sein, die zu der äussersten zeil, die man beschliessen muss, dienen; der jeder muss haben ein britt, das man of der äusseren seiten anhenkt zu notdurft der wagenburg, das zuoberst an den leiterbaum gehenkt werden und herabreichen soll bis zu halbem rad, und unden an dem wagen zwuschen den rädern ein angehangen britt. Es mussen auch dieselben IIII wagen haben: ketten, damit man sie zusammen schleusset. Und die andern VI wagen sollen haben seil, damit man sie sperret als ander wagen, und mussen alle sein nach dem muster, das wir zu Berlin gelassen haben...
Ordenung eines heerzoges.

Item es zeihet (ziehet) E. G. mit einer grossen wagenborg, und sunderlich wenn die wagenborg im zoge ist, so bestelle E. G. die warte gar wohl und vorn, hinder und vordern wagenborg, und blibt mit allem volk in der mitte neben der wagenborg, ab sie hindern oder vorn angegriffen worden, dass man kan zu holfe kommen. Ein wagenborg kann nicht an allen orten ubern wasser, graben, thale, berge und holz in ihren IV zeilen, wie sich das geboret, gehen; und also sic IIzeilicht gehet, mussen sie sich gar lang erstrecken, daromb kann man zu zeiten hinden oder vorn ein rad abgehen, sunderlich als ich gehort, E. F. G. habe uber tausend heerwagen, ane (ohne) futterwagen, nechstmals im felde gehabt.

  1. For the strength of the military campaign, one must have a thousand wagons...
  2. There to, outside the front...
  3. To the thousand wagons, X men shall be assigned to each wagon, making X thousand men, namely a thousand wagon servants, a thousand diggers who dig earth for the fortification and needs of the army and the capture of castles, and VIII well-armed attendants; this is the division into tens that belong to each wagon, and they remain half at the wagon and half at the square.
  4. Each wagon must have two shovels, one pick, one axe, and one mattock.
  5. Two fences facing each other and above them a canopy covered at the least with a coarse linen cloth.
  6. Among the thousand wagons, there must be IV wagons that serve for the outermost row, which must be closed; each must have a board that is hung on the outer side for the needs of the wagon fort, which shall be hung at the very top of the ladder beam and shall reach down to half the wheel, and below the wagon between the wheels a hung board. These same IIII wagons must also have chains to lock them together. And the other VI wagons shall have ropes to bar them like other wagons, and all must be according to the pattern that we have left in Berlin...
Order of the military campaign

Your Grace marches with a large wagon fort, and especially when the wagon fort is on the march, Your Grace shall arrange the watch very well at the front, rear, and before the wagon fort, and remain with all the men in the middle beside the wagon fort, so that if they are attacked from behind or in front, one can come to their aid. A wagon fort cannot travel in its IV rows as is proper at all places across water, ditches, valleys, hills, and woods; and when it goes in two rows, they must stretch very far, therefore one wheel can sometimes come off at the back or front, especially as I have heard, Your Princely Grace had over a thousand war wagons in the field last time, not counting the supply wagons.

Military Order of Margrave Albrecht of 1478

This order was issued by Elector Albrecht Achilles of Brandenburg for the Pomeranian War. It was first printed in Archiv für die Geschichtskunde des Preussischen Staates I in 1830.

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková.

 

  1. Item bei Leib und Gut soll niemand keinen Freund beschädigen oder berauben und keinerlei Unfug treiben mit denen, die im (dem) Heere zuführen. Welcher darüber thut, der soll gestraft werden ohne Gnad mit dem Schwert, als Raubes Recht ist.
  2. Item alle, die Rumor anheben, die sollen gestraft werden nach Erkenntnis meines gnädigen Herrn und seiner Gnaden Räthe, die sein Gnaden ungefährlich zu ihm nimmt, und ein jeder nach seiner Gebühr.
  3. Item wo sich aber Rumor begeben, das doch nicht sein soll nach Verliesung der Strafe vor angezeigt, so soll niemand bei Verliesung des Leibs dem andern zulaufen, ausserhalb der, die daran geordnet sind, die sollen scheiden und darin handeln nach Gebühr bis an meinen gnädigen Herrn und Hauptleute. Denn wenn das sollt sein, dass jedermann zulief, so erschlügen wir alle cinander; sonst ist es leicht zu steuern; und man soll niemand darin ansehen, Freundschaft oder einigerlei Verwandnis dem andern, sondern einen gemeinen Nutzen darin suchen, zu Nutz meinem gnädigen Herrn, der Herrschaft und dem Heer. Und wer sich der Strafung enthielt (weigert), soll männiglich den Hilfe thun, die dazu beschieden sind, dass die strafen mögen und Ordnung halten.
  4. Item wer da stiehlt, der soll ohne Gnade gestraft werden mit dem Strang.
  5. Item wer den Freunden nehme, der soll ohne Gnade gestraft werden nach Erkenntnis meines gnädigen Herrn oder seiner Gnaden Haupt- leute nach Gestalt der Sachen.
  6. Item es soll niemand futtern, dann wie es alle Nacht beruft wird auch nicht ausschlagen (ausziehen) ohne (in) Geschäft meines gnädigen Herrn oder des Hauptmanns. Welcher darüber thut, dem will man für keinen Schaden stehen, ob man was verlöre.
  7. Item dass niemand keine Grube im Heere graben soll, dadurch die Leute am Reiten und Gehen verhindert würden.
  8. Item dass man still sei im Heere.
  9. Item so man futtern will, soll jedermann auf das Fähnlein und Wagen warten und alles nach dem Fähnlein reiten, fahren und gehen; und sollen futtern, da man sie hinzeigt, bei einander, unzertrennt; and ob sie an einem Ende nicht alle zu futtern fänden, so soll doch keiner heim- fahren, reiten oder gehen, sie haben denn alle gefuttert, und ferner mit einander fahren, wo man Futterung findet; und sollen dann, so sie alle gefuttert haben, in der Ordnung wieder heim ziehen, als sie ausgezogen sind. Und soll der Nicolastkan (Nikolassken) mit den Wagen und Tra- banten, so viele man deren schafft, mitziehen.
  10. Item der Futterhauptmann, dem wird man alle Wege zuordnen, davon er die Feld bestellt und die warten, das Volk zu bewahren.
  11. Item wo man futtern will, da soll man alle Wege voraus das besichtigen lassen.
  12. Item alle Morgen, es sei in Städten oder im Feld, soll man ausschicken Knechte, den zu verwahren ist, die da besichtigen alle Ding, ehe man auszieht zu futtern oder anderes, und nach ihnen wieder zu- sperren, bis sie wieder kommen.
  13. Item dass man Ordnung mache und das Heer theile in 8 Theile, dass alle Tage der Theile eines das Heer Tag und Nacht bewahre in Fut- terung und wo es Not ist. Derselbigen Theile einen lege man zu den Büchsen, damit kommt es in 8 Tagen wieder an einen.
  14. Item wo man Buchsen wird legen, dass man dazu lege tausend, darunter 200 Reisiger mit Wagenknechten und allem, die sich vergraben bei den Büchsen, damit die Büchsen allweg bewahrt sind und man nicht alle Tage ab darf wechseln.
  15. Item dass niemand jage aus dem Heer oder aus den Städten, sondern wenn man auftrummet (trompetet), dass jedermann auf den Platz zu Haufen rücke, es sei in dem Heer oder in den Städten, wie jeder ge- ordnet sei, so lang, dass die Hauptleute das Ding besichtigen lassen und zu Rathe werden, wie man thun will; dass man auch dann heem (heimlich) Geschäft handle. durft.
  16. Item zu bestellen die Scharwächter Tag und Nacht nach Nothdurft.
  17. Item zu ordnen über jegliche Zeile einen Hauptmann, der alle Nacht wisse, was sich seine Zeil mindert oder mehrt, oder wer Fremdes darin käme, das den Hauptleuten wisse zu entdecken.
  18. Item Viertelmeister zu setzen im Heer in den äusseren Zeil, in jeglichem Viertel zwei, auf dass man wisse allwege Tag und Nacht, dass die Wagenburg bewahrt sei.
  19. Item alle Nacht je über 10 Wagen bei der Nacht ein klein Feuer zu machen, einen Steinwurf von der Wagenburg.
  1. No one shall harm any friend in body or goods, nor rob them, nor commit any mischief against those who are brought into the army. Whoever does so shall be punished without mercy by the sword, as the law of robbery prescribes.
  2. All who start quarrels shall be punished at the discretion of my gracious lord and his grace's councillors, whom his grace safely brings to him, and each according to his due.
  3. Where quarrels arise, which ought not to happen after the announcement of the aforementioned punishment, no one shall, on pain of death, run to help the other, except those appointed for that purpose, who shall separate the parties and act according to the instructions of my gracious lord and the captains. For if it were so that everyone ran to help, we would all slay one another; otherwise it is easy to control. No one shall show regard for friendship or any kinship to the other, but shall seek the common good, for the benefit of my gracious lord, the lordship, and the army. And whoever refuses punishment shall manfully assist those who are appointed to punish and maintain order.
  4. Whoever steals shall be punished without mercy by the rope.
  5. Whoever takes from friends shall be punished without mercy at the discretion of my gracious lord or his grace's captains, according to the nature of the matter.
  6. No one shall forage except as called for every night, nor march out without the business of my gracious lord or the captain. Whoever does so shall not be compensated for any loss they may incur.
  7. No one shall dig any pit in the army camp that would hinder people from riding or walking.
  8. There shall be silence in the army camp.
  9. When foraging, everyone shall wait for the banner and wagon, and all shall ride, drive, and walk following the banner; and they shall forage where they are directed, together and undivided; and even if they cannot all find forage in one place, no one shall ride, drive, or walk homeward until all have foraged, and shall then drive on together wherever forage may be found; and when all have foraged, they shall march home again in the same order as they set out. And Nikolassken shall march along with the wagons and attendants, as many as can be managed.
  10. The foraging captain shall be assigned all the roads from which he shall manage the field and guard the people.
  11. Wherever one wishes to forage, all roads shall first be inspected in advance.
  12. Every morning, whether in towns or in the field, servants shall be sent out to inspect all things before one marches out to forage or for other purposes, and after them shall lock up again until they return.
  13. Order shall be established and the army divided into eight parts, so that each day one part guards the army day and night during foraging and wherever there is need. One of these parts shall be assigned to the cannons, so that the duty returns to each in eight days.
  14. Wherever cannons are placed, a thousand men shall be assigned to them, including 200 horsemen with wagon servants and all, who shall dig in near the cannons, so that the cannons are always guarded and there is no need to rotate every day.
  15. No one shall chase from the army or from the towns, but when the trumpet sounds, everyone shall move to the assembly place in their unit, whether in the army or in the towns, as each is assigned, until the captains have inspected things and decided what to do; and one may then also conduct secret business.
  16. Sentries shall be posted day and night as needed.
  17. A captain shall be appointed over each row, who shall know every night whether his row has decreased or increased, or if any stranger has entered it, so he can report it to the captains.
  18. Quarter-masters shall be placed in the outer rows of the army, two in each quarter, so that it is always known day and night that the wagon fort is guarded.
  19. Every night, for every 10 wagons, a small fire shall be kept burning, a stone's throw from the wagon fort.

Philip of Seldeneck's Wagon Order, circa 1480

This wagon order in the manuscript of Philip of Seldeneck, a Franconian nobleman, preserved in the Grand Ducal Library of Baden-Baden under signature Durlach 18, contains a German translation of Vegetius in transcription and then a transcription of Ordnung und geschick der vagenburg. Into this codex, in empty spaces, Seldeneck wrote various treatises for his sons, relating especially to army formation and military matters in general. From notes on folios 111b and 115b, concerning his person, it is evident that he made his additions as an old man who recalled the wars in Bohemia, Poland, and Prussia as though they had been waged in his youth, i.e. about 50 years earlier. The order on wagon formation was not, as already mentioned above, written in Seldeneck's hand and contains 76 paragraphs. To this, Seldeneck added a supplement of 7 paragraphs, Wie du mit wenig wägen ein wagenburg machen sollt, intended for smaller circumstances, which he considered with regard to his sons. This order is particularly significant because it largely explains the manner of manoeuvring with wagons and the wagon formation both on the march and in battle. Unfortunately, its explanations are sometimes incomprehensible.

Translated by PhDr. Zdeňka Kopková.

 

Zu merken notdurft, ordnung und geschick der wagenburg in ein feld zu den feinden und von den feinden.
Zum ersten.

  1. It. ein gut wagenburgmeister, dem man getrauen möge und der wiss ime anfang und alle zugehorung zu geben und das zu sagen, und wess auch antwort um die frage der wagenburg, was die wagenburg innen halt, entscheid zu geben.
    Wie die reiswägen geschickt sollen sein.
  2. It. ein jeglicher reiswagen zu der wagenburg geschickt mit ketten.
  3. It. zu jeglichem reiswagen gehorn drei redlich knecht zuvorderst, dass der ein kunn wohl fahren, und die zween sollen wohl gerüst sein mit ihren wehren und mit ihren dartschen uf den seiten, die allwegen uf den wagen warten und helfen futtern.
  4. It. ein jeglicher wagen soll haben zwue schaufeln und zwue hauen, und zween harken oder pickeln, und zwei multerlein, und etlich ubrig seile, auch ein oder zween ubrig sättel, die zugericht sein mit gurteu und stegeraf.
  5. It. es soll auch ein jeglicher wagen haben ein gut eimerich fäss- lein, das wohl gebundt sei und wasser halten möge.
  6. It. ein jegliche wagenburg soll (haben) sechszehn grosser fähnlen, die zwue farb haben, rot und weiss, der sichtbarlichkeit willen.
  7. It. darzu vier grosser fähnleiu bedarf der wagenburgmeister, die vier farb haben; an das eine gemalt sei hauptbuchsen, an das ander arm- brust, an das dritt helmbart und an das viert spiess, damit man dem volk unterrichtung geben möge.
  8. It. mehr gehort darzu, dass der wagenburgmeister hab ein red- lichen hauptmann bei ihme, mit dem er uber die wagenburg und der not- durft schaffen moge.
  9. It. mehr muss ein wagenburgmeister haben einen gezimmerten galgen und den henker darzu; das soll man alles führn auf ein wagen mit der wagenburg.
  10. It. es soll auch an dem galgen hangen ein schwert, ein kolb, ein strick, ein beil und ein besen.
    Nun merk die ausweisung der genannten stuck am galgen.
  11. Item zum ersten, wer raubt, den soll man mit dem schwert richten.
  12. It. wer da stiehlt in dem heer, soll man an den galgen henken.
  13. It. wer im heer aufruhr macht mit schlagen oder anderen an des marschalks oder der hauptleut wissen und willen, den soll man mit dem beil umb cin hand strafen und ihme die abhauen.
  14. It. wer lügen aufbringt von den feinden, den soll man strafen mit dem besen oder nach ungenaden mit dem kolben durch die zeil oder gassen der wagenburg.
  15. It. vierundzwanzig geschickter und redlicher knecht sollen in- sonder auf den wagenburgmeister warten; der soll ihn unterrichtung gehen, die zeil der wagenburg zu führen.
  16. It. es soll auch zehen wägen ein antreiber haben.
  17. It. die führer der wagenburg sollen verständig und keck sein, und die weg des landes, die ebenen, berg und thale wissen haben.
  18. It. ein summ kammerbuchsen, die mit der wagenburg gehn und stein schiessen als gross als passkugel.
  19. It. ein summ buchsen, die blei schiessen als gross als die eier.
  20. It. aber mehr buchsen, die man nennt wagenbuchsen, der eine sechs zentner schwer sei.
  21. It. von solchen buchsen soll man ordnen zu den rennwägen: die hackenbuchsen mit zweien grossen buchsen und mit zweien klein buchsen, als sie vor genannt sein.
  22. It. zu diesem geschoss allen soll buchsenmeister, die domit schiessen können, und was notdurft zu den buchsen gehoren, das soll alles darzu gemacht werden und mit den buchsen führen.
  23. It. es soll auch darzu etlich hundert stabschlingen gemacht und geordnent werden, damit man stein werf, das ist zum sturm, auch ime schlagen wider ross und mann, fast gut.
    Brücken.
  24. It. vier brücken gemacht mit balken oder tramen und mit brittern dass je ein wagen ein brücken tragen möge, wo es nöt geschehe, dass man damit die zeil der wagen über graben oder moose geführen möge.
  25. It. etlich hundert beschlagener mit zacken und ringen flegl oder drischl genannt, die dienen zu dem schlagen.
  26. It. auch etlich hundert aalspiess, die dienen zu dem sturm in die wagenburg.
    Wie man sich schicken soll mit der wagenburg über graben und über moose mit derm [denen?] brucken, die vorgeschrieben sein.
  27. It. die vordersten wägen soll die brucken tragen, und so es not würd, so legt man solch brucken dar, und so das heer überkommt, so legt man die brucken wieder auf ihre wägen, und dieselben wägen sollen wieder hiefür an ihr ersten stätt, ob ihr wieder not würd, sein.
  28. It. der wagenburgmeister soll mit etlichen, die uf ihn warten, die moos und die gräben, vor che das heer darzu kommt, begehen und wohl ersuchen, wo die an dem engsten und am besten überzufahren wär; und ob er bei dem moos und graben holz findt, oder ehe er darzu käme, durch holz zuge, das soll er alles sammen bei zeit besehen, und sich darzu schicken, dass er wellen oder buschel machen lass, der jegliche mit dreien wieden gebundt sei, und in die graben und auf das moos legen lassen, damit den weg machen, dass die wagen und zeug darüber kommen mogen; ob aber die büsche zu weit von dem graben wären, so leg uf jeglichen wagen zwue, drei oder vier wellen, also gebundt, bis zu den graben oder moos führen.
    Nun merk, wie man die wagenburg, so das heer an ein hohe gebirg gedrungen würdt von den feinden, und nit von den bergen kommen mogt, über das gebirg zu bringen sei.
  29. It. so soll der wagenburgmeister das fussvolk theilen und einem jeden wagen zehn oder zwanzig zugeben, und jeglicher seinen theil hinauf auf den berg bringen und wieder an den wagen antworten und machen.
  30. It. desgleichen so soll man die ross in aftersilen fassen, und bei den ersten auf die seiten dem ross zween oder drei zugeben, und auch bei dem kopf helfen, das pferd schalten oder ziehen, und das solchs gar heimlich an geschrei auf das stillst zugehe und geschche bei nacht, dass die feind nit wissen, was man thue oder handel.
  31. It. der wagenburgmeister soll die äusseren zeil der wägen, so gegen den feind ist, zum ersten abräumen lassen, und das gut, das so die- selben zeilwägen geben, ob das verloren sei, das muss man wägen, und bei derselben zeil herein in der wagenburg soll der wagenburgmeister ein verlorne rott volks schicken, dass dieselben in derselbigen zeil viel dampfs und rauchs machen mit feuchtem stroh oder heu, oder anders, was das mag gesein, damit man die feind mocht blenden, aber nichtdesterminder dabei die wart bestellen, ob die feind etwas wollten fürnehmen, das man des mocht innen werden.
  32. It. dasselbig volk und gesellen und das ander volk alles die nacht wachen und die ganze nacht zimmern, hauen, arbeten und klopfen, also wollt man den feind da beuten; mit dem geht die wagenburg und das volk dazwischen auf den berg; und so man auf den berg kommt, so mag man dann wohl aufblasen, ob man will. Dies ist das geschick der wagenburg über die berg.
  33. It. nun merk, wie man die langen spiess mit den hacken an dem sturm des vorigen heimlichen brauchen soll.
  34. It. nun merk die wagenburg, so du die vergraben willt, so mach den graben drei schritt weit hintan von den rädern der wagen.
  35. It. darzu vergiss des heimlichen grabens nit, der offentlich nit zu nennen ist.
    Der wagenburgmeister soll erkennen, was zu der wagenburg und dem läger gehöre.
  36. It. holz, wasser und fütterung zu finden, steht der wagenburg und dem volk darinne zu; darnach soll der wagenburgmeister die wagenburg legen, und ob es sein not ist, alle nacht darumb fürschlagen.
  37. It. der wagenburgmeister soll selber alle läger, darzu die weg, auch berg und thale bei tag und nacht suchen, und niemand anders dann ihme selbst darumb getrauen.
    So man ein wagenburg zu machen anheben und ordnen will.
  38. It. so soll der wagenburgmeister das volk überschlahen zu ross und zu fuss, und darauf, wie viel er wagen haben soll, darzu sein summ machen und anslaben, was man dessen notdürftig ist und am feld darzu haben muss.
  39. It. so der wagenburgmeister die wägen zählt und ein theilung damit macht nach fülle des volks zu ross und zu fuss, wie es darzu not- dürftig ist:
  40. It. so müssen zwölf tausend*) fussknecht ungefährlich sechst- halb hundert wägen haben.
  41. It. zu drei tausend pferden muss man haben drei hundert wagen.
  42. It. zu den obgemelten summ volks macht neunthalb hundert wägen, die man haben muss zu ihr notdurft.
  43. It. aus der summ magst du theilung nehmen.
  44. It. die mittelsten zwue zeil, darauf der platz soll werden, die soll haben hundert wägen, und an jeder zeil fünfzig wägen.
  45. It. die nächsten zwue zeil darnach uf beiden seiten sollen auch haben hundert wägen.
  46. It. darnach die äussersten zwue zeil sollen haben drei hundert wägen, und die drei hundert wägen soll man strecken in das feld, die sechs zeil hinuber das feld, als man reisen will.*)
  47. It. ob man dann daraus wollt machen acht zeil, so brich mitten die äusser zeil uf beiden seiten eine ab, und führ sie herfür zu der vor- dersten banner, so werden der zeil acht, so sie alle gleich fahren; und ob man mehr zeil wollt machen, so thue imme, wie vor geschrieben steht.
    So man von haus aus kommt zu dem nachtläger.
  48. It. so soll man halten uf der weide und äussersten zeil wieder machen am läger mit der wagenburg, und dass die nit gar scheibelicht sei, sunder gestreckt nach der länge, und dass es hab ein gevierte gestalt und einen weiten, geraumen platz.
  49. It. so man in das läger gefahren ist, und etlich wägen über- blieben sein, so treih die zeil der wägen hart zusammen oder zu hauf, so kommen die übrigen wägen auch hinan; ob aber etlich wägen zu wenig wäre an den zeilen, so streck die wägen hinter sich, so wird die zeil ganz.
  50. It. so in den gassen nit thore sein, da sollen hinten und vornen aus jeglicher seiten drei wagen mit allen den, so zu den wagen gehören, stehen bleiben, und dieselben sollen darauf warten, das man ihnen über die läng die gassen nicht angewinne.
  51. It. es soll alle nacht ein jeglicher zeilführer für des obersten hauptmanns gezelt kommen, und soll die losung und auch, was man des morgens thun woll, ihm zu sagen fordern und das hören, und deshalb, soviel ihme gebühret, seiner zeil verkunden.
  52. It. ob man muss wägen haben und die nach speis oder ander notdurft schicken, dieselben wagen sollt du von allen zeilen von jeglicher ein theil nehmen, und dieselbigen lücken, da du die wägen ausgenommen hast, mach wieder zu und ganz. Und also ruck dieselbigen zeilen hinter sich und für sich, also machst du's wieder ganz; und so dann die wägen wieder kommen, so ruck dieselben zeil, dahin sie gehoren, wieder, wie vor- geschrieben steht, so kommen auch dieselbigen wägen wieder an ihren ort.
  53. It. mitten in dem platz soll der fürst liegen, und auf der rechten seiten sollen liegen des fürsten kammerer, und soll niemands anders uf dem platz liegen, dann der fürst mit seinen zugehorungen, rossen, hütten, gezelten, kanzleien, küchen, kirchen, kellern, und sunst anders niemands, dann von sein genad zu ihme auf den platz haben wollt.
  54. It. an der nächsten zeil an dem ring uf beden seiten solln liegen die grafen, freien, ritter und edeln.
  55. It. an den äussersten zween zeilen solln liegen die gemeinen guten leut von der landschaft.
  56. It. die besten von den städten solln liegen an den vier orten bei den thorn, dieselben sollen der thor hüten und der merken.
  57. It. der markt vor der wagenburg thor, darauf man wein und brot feil haben soll, die sollen zu den zweien seiten hinden an der wagen- burg liegen.
  58. It. man soll auch haben einen heerschreier, der do verkundt geleit und der wagenburg freiung und anders, das dem heer not ist.
  59. It. die buchsen uf den wägen und karren, auch das pulver, blei und ander gezeug, so zu der wagenburg gehort, darzu soll man einen besundern hauptmann geben, derselbig hauptmann soll des tags vor den wagen liegen, beschlossen in einem sundern haus.
    So man aus dem läger will fahren.
  60. It. wie viel zeil liegen, also führ man sie hinaus die vordersten, wägen, und die in der krumb liegen, dieselben sollen sich strecken für- derlin, das ist uf rechten seiten; und uf der linken seiten zwuterhinaus, so vor die zeil gestreckt werden mag. Alsdaun so soll er halten bis so lang, dass die ander zeil mit dem banner herfür kommen und vornen gleich stehen.
    Also hat man die ordnung über land und dass jedermann wiss, wie er sich halten soll nach der rechten ordenung, so hör und hab acht.
  61. Item zu der zeit, so man das erstmal ime heer aufbläst, so soll jeglicher sein ross tränken und futtern; und so man zum andermal bläst so soll jedermann anspannen; und so man zum drittenmal bläst, so soll jedermann auf den pferden sein und warten, wenn man sie von stat heisst fahren oder ziehen.
    Sunder arbeiter mit schaufeln zu den wägen.
  62. It. hundert schaufel muss man zu allen andern vorgeschrieben stücken in der wagenburg auch haben, und denselbigen schaufeln muss man ein eigen hauptmann geben, der sie allemal dem wagenburgmeister antwort, so er der begeehrt und notdürftig ist, die zeilwege damit zu machen und raumen, die gräben auszuwerfen, und was die notdurft damit zu thun erheischt.
    Wie man ein wagenburg schicken soll zu dem streit, so man des warten(d) ist.
  63. It. so soll der wagenburgmeister acht haben und sehen auf des feind wagenburg, und siehe auf der eben in der feind spitzen ihrer wagen- burg und arbeit ihr wagenburg mit den geschoss auf der rechten seiten, und siehe eben auf der feind wagenburg und ihren hauptmann, dass sie dir nit den vortheil angewinnen, darumb so brauch dein geschoss der buchsen gegen ihn bezeit, doch zu rechter mass, und mach sie mit dein geschoss irre, dass dir der wagenburghauptmann mit seinem geschick und vortheil zu nahent komm, ehe denn das volk an den streit tritt.
    Ob beide heer inne (sic) oder an bergen gegen oder zu einander kämen.
  64. It. so soll der wagenburgmeister ernstlich und fleissig sein, dass er mit seiner wagenburg die weiten und grossen hohe vor den feinden mit ersten einnehme, dass er mit seiner wagenburg gegen den feind gein thal sunken moge, und ob er vorkommen moge, dass die feind solchen vortheil vor ihme nit einnehmen, das thu er; ob es aber wär, dass du in deinem vortheil lägst zwuschen den feinden, und der hauptmann oder der wagenburgmeister konnt zu keinem andern vortheil kommen, so verziehe in deinem vortheil und begibe den nit, und lass dich die feind suchen und zu dir kommen, und lass dich keins wegs aus dem vortheil reissen.
    Die wagenburg zu dem streit führen gegen den feind thue also:
  65. It. mach acht zeil die wagenburg gemeinlich; ob aber des rei- sigen zeugs und des fussvolks so viel wär, so magst du zwölf oder vier- zehn daraus machen; und dass die wagenburg gleich in die vierung stund, so kann man daraus oder darinnen streits pflegen und auch das nacht- läger dem volk dester sicher darin haben; es soll auch die wagenburg mit dreien plätzen stehen und gehn gegen den feind.
  66. It. auch soll der wagenburgmeister schicken, dass die äusseren zeil mit den püchsenwägen und karren allweg unterfahren werden, zwuschen fünf wägen ein, so man anders die gehaben mag.*)
    Nun merk, wie man ein wagenburg schicken soll, eilens und bald zu schlagen.
  67. It. so sie über land geht, so nehm der wagenburgmeister von den inderen zeilen allein ein theil wägen, und theil sie an die äussere zeil zu den vier orten, hinden und vorn; und so die wagenburg gehn würd, so schleuss mit denselben ortern die wagenburg zu, so mag man darinnen das volk schicken.
    Wie man die wagenburg legen soll, so man darin sturms warten will.
  68. It. der wagenburgmeister soll die wagenburg schicken mit acht oder zehen zeilen, oder soviel man notdürftig ist zu dem zeug, und solle die wagenburg legen in die vierung, dass sie gleich lieg nach der läng und nach der breit. Der wagenburgmeister soll auch die äusseren zwue zeil mit dem buchsengeschoss auf karren und wägen an den vier orten der wagenburg und dazwuschen nach notdurft wohl versorgen.
  69. It. man soll auch die ross von der äussersten zeil der wägen nehmen und sie binden hinein in die inneren zeil, dass das volk an den wägen an dem sturm davon kein irrung hab.
  70. It. man soll auch die wagenburg nit zu eng führn mit dem an- fahren, dass man die buchsen gegen den feind daraus brauchen mag; darzu soll man auch die wagen nit zu eng in einander führen, dass die haupt- buchsenschützen *) nit zu hoch darumb schiessen müssen, sunder der feind pferd zu den fürbugen zielen und schiessen.
  71. It. man soll auch in der wagenburg gassen durch die zeil machen, dass die haufen mögen zusammenkommen und einer dem andern zu hilf und auch an den sturm mogen reiten.
    So man gern darinnen wäre, wie man sich eilens darzu schicken soll bei nacht oder tag.
  72. It. so wend sich der fuhrmann auf die linken seiten, der ander auf die rechten seiten auf den platz; verstehe und merks recht: die drei zeil auf der rechten hand, die wenden sich auf die linken seiten, und die zu der linken seiten wenden sich auf die rechten hand, inmassen wie sie in dem läger stehn, dass sie auf dem platz aus dem läger fahren, auf welche seiten sie welln.
    Wie man von den feinden ziehen muss an ein besser gewahrsam, ob man von den feinden an ein läger zusehr beschwert würd.
  73. It. so soll der wagenburgmeister etlich wägen in der äussersten zeil, die do leer sein, zu gesicht den feinden in der nacht oder an dem tag stehn lassen; und so man durch eine enge muss fahren, so soll der wagenburgmeister vier zeilen führn, und soll sie vornen kurz lassen und dieselbigen lassen still halten. Dardurch lässt man gelin den ganzen zeug und darzu die wagenburg; und so das alles überkommt, so schliess vornen, bis das hintertheil auch hin nachkommt; alsdann so geht die wagenburg also, wie vor angezeigt.*)
  74. It. wär es aber, dass du durch einen wald musst mit der wagen- burg, der einer halben tagreis breit wär ongefährt, so schick die wagen- burg uf das genest **) zusammen in vier zeil, und soviel fussknecht darzu mit hauen oder hacken, als du gehaben magst, dass sie den zeilen der wägen raume machen neben dem weg; und so man dann über wald kommt, so schick und richt die wagenburg wieder über land zu gehn mit soviel zeilen, als man der feind halben notdürftig ist.
    So du willt ufbrechen mit dem heer und willt von den feinden oder sunst an ein ander statt ziehen.
  75. It. so soll zuvorderst, ehe man aufbricht, der feldhauptmann oder der fürst, so er selber ime feld ist, durch die heerschreier lassen gebieten bei leib und gut, dass jedermann sein herdstatt und feuer ab- löscht, damit kein feuer auskomme, dass dem heer nit entzundung und schaden brächt.
  76. It. ist dann das feld enge, so theil das volk zu ross und zu fuss, wie das feld leiden mag, so sie nit in der wagenburg konnen ziehen.
  77. It. so du abbrichst und die wagenburg geht über land mit acht zeilen, und willt du dann machen sechszehn ***) zeil, so chaff [schaff?] uf der rechten seiten die vier zeil nach mit vier roten bannern, und im abbruch mach vier gelber banner, und auf der rechten hand ein farbe; desgleichen mach uf der linken seiten im abbruch auch ein farb, und auf der linken seiten zwuschen den zeilen auch vier banner, die weiss sein, und vornen im ab- bruch vier banner auch mit einer farb.
    Also hast du die ordenung eigentlich, wie und was aus notdurft zu einer wagenburg gehört.
  1. Item wie du mit wenig wägen ein wagenburg machen sollt, dich mit grosserem darnach habst zu richten.
  2. Item wenn einer III hundert wagen hot, und will die zu einer wagenburg machen, so soll er machen:
  3. Item XLV wagen zu der ersten zeil, item XXV wagen zu der andern zeil, item XV wagen zu der dritten zeil, item XV wagen zu der vierten zeil, item XXV wagen zu der fünften zeil.
  4. Item XLV wagen aber zu der äussern zeil.
  5. Item darnach soll er machen zween schliessflügel, der jeglicher flügel einer soll haben item XV oder XIIII wagen.
  6. Item er soll auch zween lang rennflügel,*) der jeglicher einer soll haben, wie hernach folgt, item XXXXX oder ein wenig minder wagen.
  7. Item dieselben sollen uf jeglicher seiten einer am alleräussersten sein, und wo das not thut, so sollen die fürschlagen und zu statten kommen, das alles konn ein verständiger geübter hauptmann wohl bessern.

To note the necessities, order, and skill of the wagon fort in the field towards the enemy and away from the enemy.
Firstly.

  1. A good wagon fort commander, whom one may trust and who knows how to give the beginning and all that pertains to it, and who can also give a decisive answer to the question of what the wagon fort holds within.
    How the campaign wagons must be equipped.
  2. Each campaign wagon is to be attached to the wagon fort with chains.
  3. To each campaign wagon belong three honest servants at the very front, so that one can drive well, and the two shall be well armed with their weapons and with their shields on the sides, always waiting by the wagon and helping to load.
  4. Each wagon shall have two shovels and two mattocks, and two rakes or picks, and two billhooks (small sickles on a long handle with a small hook on the back), and several spare ropes, also one or two spare saddles fitted with girths and stirrups.
  5. Each wagon shall also have a good bucket-sized barrel, well bound and able to hold water.
  6. Each wagon fort shall have sixteen large banners in two colours, red and white, for the sake of visibility.
  7. In addition, the wagon fort commander needs four large banners in four colours; on one shall be painted a cannon, on the second a crossbow, on the third a halberd, and on the fourth a spear, so that the troops may be instructed.
  8. Furthermore, the wagon fort commander must have an honest captain with him, with whom he may manage the wagon fort and its necessities.
  9. Furthermore, the wagon fort commander must have a constructed gallows and an executioner; all of this shall be carried on one wagon with the wagon fort.
  10. On the gallows there shall also hang a sword, a cudgel, a rope, an axe, and a broom.
    Now note the meaning of the aforementioned items on the gallows.
  11. First, whoever robs shall be executed by the sword.
  12. Whoever steals in the army shall be hanged on the gallows.
  13. Whoever causes rebellion in the army by violence or otherwise against the will and knowledge of the marshal or the captains shall have his hand cut off with the axe.
  14. Whoever spreads lies about the enemy shall be punished with the broom, or in disgrace driven with the cudgel through the rows or lanes of the wagon fort.
  15. Twenty-four skilled and honest servants shall attend specifically upon the wagon fort commander; he shall give them instruction on how to lead the rows of the wagon fort.
  16. Also, every ten wagons shall have a driver.
  17. The leaders of the wagon fort shall be prudent and bold, and shall know the roads of the land, the plains, mountains, and valleys.
  18. A number of chamber guns that go with the wagon fort and shoot stones as large as cannonballs.
  19. A number of guns that shoot lead as large as eggs.
  20. But more guns still, called wagon guns, each weighing six hundredweight.
  21. From such guns, one shall arrange for the assault wagons: the hook guns with two large guns and with two small guns, as named before.
  22. For all this ordnance, gunners who can shoot with them shall be provided, and whatever is needed for the guns shall all be prepared and carried with the guns.
  23. Also, several hundred staff slings shall be made and arranged for throwing stones; this is necessary for the assault and also very useful in fighting against horse and man.
    Bridges.
  24. Four bridges made with beams or timbers and with planks, so that each wagon may carry one bridge, and where necessary, the row of wagons may be led across ditches or marshes.
  25. Several hundred iron-clad flails with spikes and rings, called threshing flails, which serve for striking.
  26. Also several hundred eel spears, which serve for the assault in the wagon fort.
    How one must manage with the wagon fort across ditches and marshes with those bridges prescribed above.
  27. The foremost wagons shall carry the bridges, and when the need arises, such bridges are laid down, and when the army has crossed, the bridges are placed back on their wagons, and those same wagons shall again be at their original position in case of further need.
  28. The wagon fort commander shall, with several men who attend upon him, inspect the marshes and ditches before the army arrives, and seek out where they are narrowest and best to cross; and if he finds wood near the marshes and ditches, or if before reaching them he passes through a wood, he shall inspect all of this in good time and arrange to have fascines or bundles made, each bound with three withies, and have them laid into the ditches and upon the marshes, thereby making a path so the wagons and equipment may cross; but if the brushwood is too far from the ditches, then load two, three, or four fascines, also bound, onto each wagon and transport them to the ditch or marsh. Now note how the wagon fort is to be brought over mountains when the army is driven by the enemy onto high ground and cannot descend from the mountains.
  29. Then the wagon fort commander shall divide the foot soldiers and assign ten or twenty to each wagon, and each shall carry his share up the mountain and load it back onto the wagon.

References:

  • Hugo Toman: Husitské válečnictví za doby Žižkovy a Prokopovy, Praha 1898

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