Der Bayerische Krieg von 1459 bis 1463, auch als Fürstenkrieg bekannt, war eine Folge der expansionistischen Bestrebungen der Fürstentümer. Markgraf Albrecht III. Achilles von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern, der bis dahin bereits die Fürstentümer Bayreuth und Ansbach vereinigt hatte, stand dem Herzog von Bayern-Landshut, Ludwig IX., genannt der Reiche, gegenüber. Die sogenannte Mainzer Stiftsfehde, auch als Badisch-Pfälzischer Krieg bekannt, ein militärischer Konflikt um den Sitz des Erzbischofs von Mainz, wird bisweilen als Teil dieses Konflikts betrachtet.
Herzog Ludwig IX. der Reiche von Bayern-Landshut (1450–1479) war neben Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz, genannt der Siegreiche (1425–1476), und Markgraf Albrecht III. Achilles von Brandenburg (1414–1486) eine der herausragendsten Gestalten unter den deutschen Fürsten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Seine finanzielle Stärke, die auf einem reichen väterlichen Erbe und einer gut funktionierenden Territorialverwaltung beruhte, sowie seine Freigebigkeit und prachtvolle Repräsentation verschafften ihm den Ruf legendären Reichtums. Im Bereich der Reichspolitik stützte er sich grundlegend auf das gemeinsam mit Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz geschaffene wittelsbachische Bündnissystem (beide waren Wittelsbacher). Insbesondere der Landfriede mit Herzog Albrecht III. von Bayern-München (ebenfalls Wittelsbacher) und Pfalzgraf Friedrich vom 17. Dezember 1451 übte große Anziehungskraft auf die Fürsten, den Adel und die Städte in Süddeutschland aus. Nach den schwäbischen Reichsstädten traten später auch Herzog Sigmund von Tirol (1455) und der böhmische König Ladislaus Postumus (1457) dem wittelsbachischen Bündnissystem bei. 1458 erneuerten und verstärkten Herzog Ludwig und Pfalzgraf Friedrich ihre Koalition durch ein lebenslängliches Bündnis.
Insbesondere aber barg das Verhältnis zwischen Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz und Kaiser Friedrich III. ein hohes Konfliktpotenzial, da der Kaiser die Herrschaft des Pfalzgrafen, die dieser sich entgegen dem Erbrecht der Goldenen Bulle angeeignet hatte, niemals anerkannte. Darüber hinaus entstand auch eine Rivalität zwischen dem Pfalzgrafen und Markgraf Albrecht III. Achilles.Albrecht Achilles versuchte, seine Gerichtsbarkeit und damit seinen Einfluss auf benachbarte Territorien auszuweiten. Zu diesem Zweck erhob er das Landgericht in Nürnberg, wo er das Amt des Burggrafen innehatte und somit dieses Gericht ihm unterstand, zu einem Reichsgericht. Auf diese Weise beanspruchte er durch das Nürnberger Gericht eine unbegrenzte Gerichtsbarkeit für das gesamte Reich und machte im Namen des Kaisers als oberstem Richter das Recht geltend, Gerichtsverfahren aus allen Regionen an sich zu ziehen. Dies hätte bedeutet, dass er die Rechtsprechung benachbarter Fürstentümer beeinflussen und als höhere Instanz Entscheidungen untergeordneter Gerichte aufheben konnte. Hinter Albrecht Achilles' Bestrebungen stand auch die Idee einer Wiederherstellung Frankens unter hohenzollerischer Herrschaft. In Verbindung mit der herzoglichen Würde blieb diese Idee im Hochstift Würzburg lange lebendig, ohne jemals wieder Wirklichkeit zu werden.Albrecht III. geriet damit zwangsläufig in Konflikt mit dem Pfalzgrafen bei Rhein und in Mosbach, mit den fränkischen Bistümern und schließlich auch mit Herzog Ludwig IX.
Andererseits schlossen sich Fürsten in Südwestdeutschland, die sich ebenfalls durch die expansionistische Territorialpolitik Kurfürst Friedrichs I. des Siegreichen bedroht fühlten, der Politik des Markgrafen an. Das sogenannte antipfälzische Bündnis zwischen dem Markgrafen von Brandenburg, Herzog Wilhelm von Sachsen, Markgraf Karl von Baden, Graf Ulrich von Württemberg-Stuttgart und dem Erzbischof von Mainz, Diether von Isenburg, wurde wie das erneuerte wittelsbachische Bündnis 1458 geschlossen. Damit war der Boden für eine entscheidende Konfrontation bereitet. Und der geeignete Anlass für den Ausbruch der Konflikte ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten.
Obwohl das Herzogtum Bayern-Landshut ebenfalls von den Eingriffen des Nürnberger Gerichts betroffen war, verhinderte das gute persönliche Verhältnis zwischen Markgraf Albrecht III. Achilles und Herzog Ludwig IX., dass die territoriale Rivalität bis 1458 in offene Feindseligkeit eskalierte. Andererseits blieb Markgraf Albrecht sein Leben lang ein treuer Verteidiger kaiserlicher Interessen im Reich. Selten konnte er daraus jedoch einen Vorteil für seine eigenen Ziele ziehen. Gerade in der aufkommenden Konfrontation zwischen den Wittelsbachern und dem Reich sah er eine Gelegenheit, kaiserliche Interessen mit seinen Plänen bezüglich des Nürnberger Landgerichts zu verbinden, indem er als Vertreter des Kaisers agierte und dabei in erster Linie seine eigenen Interessen gegenüber seinen territorialen Nachbarn in Franken und Bayern verteidigte.
Dies wurde deutlich, als der Konflikt mit den Wittelsbachern tatsächlich eintrat. Nachdem Herzog Ludwig IX. – zunächst noch mit Hilfe Markgraf Albrechts – die freie Reichsstadt Donauwörth, strategisch bedeutsam für die Kontrolle der Donau, im Oktober 1458 besetzt hatte, um sie auf der Grundlage alter Rechtsansprüche seinem Herzogtum einzuverleiben, verhängte Kaiser Friedrich III. am 4. Juni 1459 die Reichsacht über ihn. Als deren Vollstrecker bestellte er – auf eigenen Wunsch – neben Herzog Wilhelm von Sachsen auch Markgraf Albrecht. Dank seines Bündnisses mit den Habsburgern, mit Erzherzog Albrecht von Österreich und Herzog Sigmund von Tirol im Rücken sowie der beginnenden Anwerbung von Söldnern in Böhmen fühlte sich Ludwig IX. stark genug, den Krieg gegen das Reich zu führen. Ein offener Konflikt zwischen dem Landshuter Herzog und Albrecht von Brandenburg schien nun nur noch eine Frage der Zeit. Plötzlich wurde Herzog Ludwig jedoch unerwartet der Aussicht auf zahlreiche Söldner aus Böhmen und damit seiner Hoffnung auf eine entscheidende militärische Schlagkraft beraubt. Auf Intervention Papst Pius' II. und aufgrund noch ungelöster Gebietsstreitigkeiten mit Bayern verbot der böhmische König Georg von Podiebrad seinen Landsleuten den Söldnerdienst für Herzog Ludwig. Am 16. Juli 1459 musste Ludwig Donauwörth dem Kaiser übergeben und vor dem fürstlichen Schiedsgericht erscheinen.
Die sogenannten „blinden Sprüche“ des Schiedsgerichts, das im Juli 1459 in Nürnberg tagte, waren ein einseitiger Erfolg der Diplomatie des Markgrafen von Brandenburg (127). In den wesentlichen Punkten fiel die Entscheidung gegen die Interessen der Wittelsbacher, und auch in der wichtigen Frage der Zuständigkeit des Nürnberger Gerichts erlaubte die vage Formulierung des Schiedsspruchs eine Auslegung im Sinne Markgraf Albrechts. Die Spannung zwischen den Parteien im Reich bestand somit fort, sodass ein neuer Ausbruch offener Feindseligkeiten nur noch eine Frage der Zeit blieb.
Um eine ähnliche Situation wie im Streit um Donauwörth zu verhindern, bemühten sich die Wittelsbacher gemeinsam um eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Herzog Ludwig IX. und Böhmen. Zwischen Herbst 1459 und Herbst 1460 gelang es ihnen tatsächlich, von einer vorsichtigen Annäherung zu einem festen Bund zu gelangen, der sogar durch die Verlobung zwischen König Georgs Tochter Ludmila und Herzog Ludwigs IX. Sohn Georg untermauert wurde. Im Hintergrund stand der Plan des wittelsbachischen Beraters Martin Mair, den böhmischen König gegen den Willen des Kaisers zum deutschen König zu machen und dadurch die Handlungsfähigkeit des Reiches zu erhöhen. Ein Plan, für den der böhmische König durchaus zu begeistern war, der aber letztlich am fehlenden Rückhalt der kaisertreuen Fürsten um Markgraf Albrecht III. von Brandenburg scheiterte. Diese Zurückweisung brachte König Georg endgültig auf die Seite der Wittelsbacher, mit denen er ein Bündnis vornehmlich gegen Markgraf Albrecht, damit aber letztlich auch gegen den Kaiser schloss.
Auf der Grundlage dieser veränderten Beziehungen zu Georg von Podiebrad nahmen die bayerischen Kriegsvorbereitungen im Frühjahr 1460 rasch Gestalt an. Herzog Ludwig setzte erneut vorrangig auf Söldner aus Böhmen, von denen in jenem Jahr mindestens 5.000 in seinen Dienst traten. Einige böhmische Condottieri ragen durch die Größe ihrer Söldnerkontingente besonders hervor: Dobrohost von Ronsperg und Horšovský Týn brachten über 1.300 Söldner in den Dienst Herzog Ludwigs, Racek von Janovice und Rýzmberk etwa 1.000, und Mikuláš Kaplíř von Sulevice und Vimperk war mit etwa 900 Mann im herzoglichen Heer vertreten. Darüber hinaus verfügten mehrere weitere Condottieri und Söldnerführer über starke Kontingente von bis zu mehreren hundert Mann.
Im März 1460 brach der offene bewaffnete Konflikt aus, der nach den traditionellen Formen der Fehde geführt wurde. Als Graf Ulrich V. von Württemberg (regierte 1433–1480) und Pfalzgraf Ludwig von der Pfalz-Zweibrücken, Verbündete Albrechts III. Achilles, im Rahmen des Badisch-Pfälzischen Krieges die Kurpfalz angriffen, ergriff Ludwig der Reiche die Partei Kurfürst Friedrichs von der Pfalz und ließ unter dem Vorwand der Umsetzung des Bündnisvertrags seine längst vorbereiteten Truppen gegen Markgraf Albrecht in das hohenzollerische Franken einmarschieren. Das herzogliche Heer war dem Heer des Markgrafen klar überlegen und erzielte einige rasche Erfolge. Zunächst richtete sich der Hauptstoß des bayerischen Angriffs gegen das Bistum Eichstätt, da Bischof Johann von Eich ein Verbündeter Markgraf Albrechts war. Nach kurzer Belagerung fiel die Stadt Eichstätt am 7. bis 11. April 1460 in die Hände des Herzogs, und Bischof Johann wurde gezwungen, einen Vertrag zu unterzeichnen, der die Unabhängigkeit seines Bistums gegenüber Bayern dauerhaft stark einschränkte. Mitte April setzte Herzog Ludwig seinen Feldzug in Franken fort und marschierte über Heideck und Hilpoltstein zur kleinen markgräflichen Stadt Roth, die er am 27. April 1460 zu belagern begann. Mit einer kurzen Unterbrechung zwischen dem 30. April und dem 3. Mai, verursacht durch Versorgungsschwierigkeiten, errichtete das Heer, das inzwischen wohl etwa 20.000 Mann stark war, ein befestigtes Lager bei Roth, von dem aus wiederholt Erkundungsvorstöße einzelner Söldnerkontingente in markgräfliches Gebiet unternommen wurden. Unter anderem wurde die Stadt Windsbach in Brand gesetzt, und die böhmischen Söldner des Herzogs plünderten das Augustinerkloster in Pillenreuth bei Nürnberg.
Am 5. Mai 1460 erschien Markgraf Albrecht mit einem Heer von etwa 10.000 Mann vor Roth und lagerte sich in „Kanonenschussweite“ vom bayerischen Militärlager entfernt. Während der folgenden sieben Wochen fanden keine größeren Schlachten statt, die für den Kriegsverlauf entscheidend hätten sein können, obwohl die Gegner so nahe beieinander lagen. Stattdessen kam es fast täglich zu kleineren Gefechten zwischen den Lagern oder zu gegenseitigem Beschuss aus der Wagenburg. Gleichzeitig trafen weitere Verstärkungen vor Roth ein, sodass die Heere weiter anwuchsen. Herzog Ludwig soll schließlich über etwa 30.000 Mann in seinem Heer verfügt haben, der Markgraf über mehrere Tausend weniger. Angesichts der dramatisch angespannten Lage vor dem belagerten Roth, in der keine Seite nachzugeben bereit war, hätte jederzeit eine Entscheidungsschlacht ausbrechen können. Unterdessen nahmen jedoch die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts auf beiden Seiten wieder zu und zeitigten bald erste Erfolge, obwohl beide Hauptgegner kaum zum Frieden geneigt waren. Herzog Ludwig betrachtete sich als den militärischen Sieger des Krieges, während Markgraf Albrecht den Rückzug des bayerischen Heeres forderte, bevor er überhaupt zu verhandeln bereit war. Erst die drohende Auflösung seines Heeres durch den Abzug sächsischer Verbündeter zwang Markgraf Albrecht schließlich zum Nachgeben. Das Ergebnis der Vergleichsverhandlungen war die sogenannte Rother Richtung vom 24. Juni 1460, die als ein vollständiger Erfolg wittelsbachischer Politik erscheint. Die „blinden Sprüche“ von Nürnberg wurden aufgehoben, die Zuständigkeit des Nürnberger Gerichts erheblich eingeschränkt, das Bistum Eichstätt blieb unter bayerischem Einfluss, und Herzog Ludwig musste die besetzten markgräflichen Gebiete nicht räumen. Über weitere strittige Fragen, wie die Entschädigung der Kriegskosten oder die Räumung besetzter Gebiete, sollte der böhmische König Georg von Podiebrad als Schiedsrichter fungieren. Als am 4. Juli 1460 auch Pfalzgraf Friedrich seine Gegner in der Schlacht bei Pfeddersheim besiegte, schien es, als ob die Wittelsbacher und ihre Verbündeten auf der ganzen Linie triumphierten.
Der fragile Frieden sollte jedoch erneut nicht von Dauer sein. In den folgenden Monaten versuchte Markgraf Albrecht von Brandenburg wiederholt, seine jüngste Anerkennung der Rother Richtung zu widerrufen. Im Gegensatz dazu beharrte Ludwig von Bayern-Landshut auf seinen erworbenen territorialen Positionen in Franken, ohne den Kompromissbemühungen der Vermittler entgegenzukommen. Dabei wusste er, dass der böhmische König Georg, der sich aufgrund der Ablehnung des Vorschlags bezüglich der deutschen Königswahl endgültig von Markgraf Albrecht abgewandt hatte, mehr denn je auf seiner Seite stand.
Neben König Georg war ein weiteres wichtiges Glied im wittelsbachischen Bündnissystem Erzherzog Albrecht VI. von Österreich, Bruder und dynastischer Rivale des Kaisers. Als dieser im Sommer 1461 im Streit um das österreichische Erbe des 1457 verstorbenen Ladislaus Postumus den offenen Krieg gegen den Kaiser eröffnete, löste dies auch eine neue Runde von Auseinandersetzungen zwischen den Wittelsbachern und Markgraf Albrecht von Brandenburg mit ihren jeweiligen Verbündeten aus. Herzog Ludwigs militärische Bündnishilfe für Erzherzog Albrecht bot Kaiser Friedrich einen Vorwand, ihm im Juli 1461 den Krieg zu erklären. Als Reichshauptleute bestellte er neben Markgraf Karl von Baden und Graf Ulrich von Württemberg auch Markgraf Albrecht III. Achilles, der darin eine Gelegenheit sah, die Rother Richtung zu revidieren. Wie schon 1459 im Streit um Donauwörth verband Albrecht hier Reichspolitik mit seiner Hegemonialpolitik in Süddeutschland und Österreich.
Ähnlich wie im Vorjahr war Herzog Ludwig auf den herannahenden Konflikt besser vorbereitet als sein Gegner. Bereits im Frühsommer 1461 begann er mit den Kriegsvorbereitungen, die erneut eine erfolgreiche Anwerbung von Söldnern in Böhmen einschlossen. Mindestens 2.000 Böhmen traten ab August in seinen Dienst und verstärkten das herzogliche Heer, das mit insgesamt 16.000 Mann das Heer Markgraf Albrechts weit übertraf. Racek von Janovice und Rýzmberk entsandte etwa 500 Söldner, Přibík Šatava erschien mit über 400 Mann aus Südböhmen, Jan Jenec von Janovice und Petršpurk mit etwa 250 Mann aus Westböhmen – dies waren die größten Kontingente. Darüber hinaus leistete auch der böhmische König aktive militärische Unterstützung, der dem Markgrafen die Fehde erklärte und ein starkes Heer gegen die oberfränkischen Gebiete der Hohenzollern marschieren ließ. Auch wenn der militärische Erfolg dieses Einsatzes begrenzt blieb, band er dennoch wichtige Kräfte des Markgrafen, die dieser auf dem Haupt-Kriegsschauplatz in Mittelfranken dringend benötigte.
Diesmal stieß Herzog Ludwig mit seinem Heer noch tiefer in markgräfliches Gebiet vor als im Jahr zuvor. Neustadt an der Aisch und Uffenheim wurden erobert, Windsbach, Heilsbronn und andere Orte schwer beschädigt. Insgesamt sollen gleich zu Beginn des Feldzugs 18 markgräfliche Städte, Orte und Burgen in die Hände des bayerischen Herzogs gefallen sein, der zusammen mit den Kontingenten der verbündeten fränkischen Bischöfe und Pfalzgraf Friedrichs das Schlachtfeld beherrschte. Markgraf Albrecht, der vergeblich auf die versprochenen Verstärkungen seiner Verbündeten wartete, musste sich darauf beschränken, Ansbach und Schwabach zu halten und von dort aus gelegentliche Überfälle gegen das herzogliche Heer zu starten. Erst als im Oktober die Verbündeten aus verschiedenen Gründen Herzog Ludwigs Heer verließen und die angespannte Versorgungslage, die sich mit dem Einsetzen widrigen Wetters weiter verschlechterte, die Notwendigkeit einer Teilung des Heeres aufzeigte, änderte sich die Lage allmählich. Entscheidend war jedoch das Verhalten des böhmischen Königs, der die ihm vom Kaiser angebotene Vermittlerrolle annahm, die böhmischen Kontingente aus Oberfranken abzog und Herzog Ludwig aufforderte, auch die in seinem Dienst stehenden böhmischen Söldner zu entlassen. Markgraf Albrecht nutzte den darauf folgenden bayerischen Rückzug sofort aus, indem er in rascher Folge nahezu alle von den Bayern besetzten Orte zurückeroberte.
Als sich die streitenden Parteien im November 1461 schließlich in Prag trafen, um durch König Georg die Möglichkeiten eines Friedensschlusses zu erörtern, standen die Chancen auf eine Einigung somit kaum besser als vor Beginn des Krieges. Während Herzog Ludwig nicht bereit war, hinter die Bestimmungen der Rother Richtung zurückzugehen und stattdessen immer überzögenere Forderungen nach Kriegsentschädigung stellte, fühlte sich der Markgraf nach seinen jüngsten Erfolgen nicht mehr als Besiegter und zeigte daher wenig Bereitschaft, sich überhaupt an Verhandlungen zu beteiligen. Den im Dezember geschlossenen Waffenstillstand ignorierte er mit dem Argument, er habe keine Gültigkeit für den noch unbeendeten Reichskrieg gegen Herzog Ludwig. Und als Markgraf Albrecht sicher war, dass der Kaiser hinter ihm stand, erneuerte er den Krieg gegen die Wittelsbacher tatsächlich im Januar 1462.
1462 wirkten jedoch, anders als im Vorjahr, die Aufrufe Kaiser Friedrichs an die Reichsstädte zum Kampf gegen Herzog Ludwig. Die Kräfteverhältnisse entwickelten sich daher diesmal anders als in den Feldzügen von 1460 und 1461. Die schwäbischen Städte, angeführt von Augsburg und Ulm, beteiligten sich nun aktiv am Krieg gegen Herzog Ludwig, der diesmal auch den Schwerpunkt der militärischen Operationen stärker in den schwäbischen Raum verlagerte. Allerdings konnte das Reichsheer seine anfängliche Überlegenheit nicht ausnutzen. Es gelang Herzog Ludwig relativ schnell, erneut ein starkes Heer aufzustellen – wiederum mit starker Beteiligung von Söldnern aus Böhmen, deren Zahl für dieses Jahr jedoch nicht bestimmt werden kann. Darüber hinaus nahm der böhmische König den Krieg gegen die markgräflichen Gebiete um Wunsiedel wieder auf. Mit zwei großen Erfolgen im Sommer schien dann die Entscheidung endgültig zugunsten der Wittelsbacher zu fallen. Am 30. Juni 1462 gelang Pfalzgraf Friedrich ein vernichtender Sieg über seine Gegner aus Südwestdeutschland in der Schlacht bei Seckenheim, in der Markgraf Karl von Baden und Graf Ulrich von Württemberg von der Pfalz gefangen genommen wurden. Einen ähnlichen Erfolg erzielte auch Herzog Ludwig von Bayern-Landshut mit seinem Sieg über das von Markgraf Albrecht geführte Reichsheer am 19. Juli 1462 bei Giengen.
Er war Teil der erzbischöflichen Auseinandersetzung um die Besetzung der Mainzer Erdiözese, auch als Badisch-Pfälzischer Krieg bekannt. 1459 wurde der Domadministrator Diether von Isenburg mit knapper Mehrheit gegen Adolf von Nassau zum neuen Erzbischof von Mainz gewählt. Der Preis für diese Wahl war der Beitritt zum antipfälzischen Bündnis, und Diether war somit gezwungen, gegen Pfalzgraf Friedrich I. zu marschieren, verlor aber am 4. Juli 1460 die entscheidende Schlacht bei Pfeddersheim. 1461 berief Diether einen Fürstentag in Nürnberg ein, auf dem er für Reichs- und Kirchenreformen eintrat. Er forderte nachdrücklich die Abschaffung der päpstlichen Annatenforderungen durch ein allgemeines Konzil. Seine kritische Haltung gegenüber Papst Pius II. und Kaiser Friedrich III. führte am 21. August 1461 zu seiner Absetzung und Exkommunikation durch den Papst. Der Papst setzte daraufhin am 1. Oktober 1461 seinen Rivalen Adolf von Nassau auf den erzbischöflichen Thron in Mainz. Diether weigerte sich jedoch, das Erzbistum aufzugeben, unterstützt von der Stadt Mainz, seinem Bruder Ludwig und nun auch seinem einstigen Feind Friedrich I. von der Pfalz, der für seine Hilfe die Städte Lorsch, Heppenheim und Bensheim erhielt. Adolf verbündete sich mit dem Erzbischof von Trier, Johann II. von Baden, Bischof Georg von Metz, Bischof Johann II. von Hoheneck von Speyer und Graf Ulrich V. von Württemberg. Markgraf Karl I. von Baden versuchte zunächst, zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln, schlug sich dann aber zusammen mit seinem Bruder, Bischof Georg von Metz, auf die Seite Adolfs, was zum Badisch-Pfälzischen Krieg führte, einem Versuch der gewaltsamen Eroberung der Diözese.
Die Gegner Friedrichs I. beabsichtigten, von Süden in die Pfalz einzufallen, da sie glaubten, der Kurfürst befinde sich mit seinen Truppen in Bayern, um Herzog Ludwig IX. gegen Albrecht III. Achilles zu helfen, und versammelten daher ein Heer von 10.000 Mann bei Pforzheim. Ein Militärlager wurde zwischen Roth und St. Leon errichtet, und eine aus Fürsten und Rittern bestehende Reiterei verbrannte die umliegenden Felder und Dörfer und massakrierte die Einwohner. Friedrich I. befahl seinen Vasallen und deren Bewaffneten, sich in Leimen zu versammeln, wo er unbemerkt seine Kräfte zusammenziehen konnte. Er selbst traf erst am 29. Juni ein und beobachtete von dort aus die nächtlichen Aktivitäten seiner Feinde. Boten wurden zum Erzbischof von Mainz, Diether von Isenburg, sowie zu den Grafen von Leiningen und Katzenelnbogen entsandt, die sich am linken Rheinufer befanden und bereit waren, über Altrip in den Unteren Dossenwald zu marschieren. Die Zahl der Kämpfer, die Walnussblätter an ihre Kleidung hefteten – die Erkennungszeichen der pfälzischen Streitkräfte –, wuchs durch den großen Zulauf von Bauern aus der Umgebung. Die badischen Truppen hingegen hefteten Haferbüschel an ihre Kleidung.
In der Nacht zum 30. Juni marschierte er mit etwa 300 Reitern und zusätzlicher Infanterie durch den Schwetzinger Wald zum „Frohnholz“ (dem heutigen Dossenwald) südlich von Seckenheim, das die kaiserlichen Truppen am folgenden Tag niederbrennen wollten. Während des Marsches wurden die pfälzischen Streitkräfte durch weitere etwa 300 Reiter und zusätzliche Infanterie aus den Kontingenten des Erzbischofs von Mainz, Diether von Isenburg, und Graf Philipps von Katzenelnbogen verstärkt.
Als die kaiserlichen Angreifer am folgenden Morgen aus ihrem befestigten Lager aufbrachen und mit 700 bis 800 Reitern auf Seckenheim vorrückten, um es niederzubrennen, wurden sie unerwartet von hinten durch 600 Reiter der pfälzischen Seite angegriffen, mit dem Schlachtruf des Pfalzgrafen: „Hut Palatzgraff oder nimmer mee!“ (Halt stand, Pfalzgraf, oder nimmermehr!), während die Infanterie von etwa 2.000 Mann von Friedrich I. in einem nahen Wald außer Sicht gehalten wurde. Friedrichs zahlmäßig unterlegene Reiterei nahm eine gestaffelte Formation ein, mit Schwerbewaffneten im Zentrum und zwei Reihen berittener Bogenschützen an den Flanken. Nach einem kurzen anfänglichen Feuergefecht prallten die schweren Reiterein beider Heere aufeinander, und Friedrichs Ritter verhinderten nur knapp den Durchbruch der verbündeten Schwerbewaffneten. Während die Reiter gegeneinander kämpften, trat Friedrichs Infanterie aus ihrem Versteck hervor und umzingelte die kaiserlichen Verbündeten. Einer Gruppe von etwa 300 verbündeten Reitern gelang zwar der Ausbruch, die daraufhin die pfälzischen Knechte angriff, die auf ihre Schwerbewaffneten warteten, und diese tötete, doch änderte dies nichts mehr am Ausgang der Schlacht.Ulrich von Württemberg weigerte sich, die Niederlage zu akzeptieren, wurde aber von Hans von Gemmingen zum Zweikampf herausgefordert, der rief: „Zkusím štěstí s Vaší Milostí!“ (Ich will mein Glück mit Eurer Gnaden versuchen!) und wurde besiegt. 45 verbündete Ritter fielen, und etwa 400 weitere Reiter wurden gefangen genommen. Die Übrigen zerstreuten sich in der Umgebung und brachten die schreckliche Nachricht ins Lager bei St. Leon. Dort brach man in Panik zum Rückzug auf, aus Furcht vor der Rache des Pfalzgrafen und seiner erbitterten Untertanen. Das pfälzische Heer errang einen entscheidenden Sieg, wobei 45 Ritter getötet und 124 Adlige sowie 204 Knappen gefangen genommen wurden, während auf eigener Seite 12 Ritter fielen. Unter den Gefangenen befanden sich drei feindliche Heerführer: Markgraf Karl I. von Baden mit 40 Adligen und 79 Knappen, Graf Ulrich von Württemberg mit 45 Adligen und 71 Knappen sowie Bischof Georg von Metz mit 39 Adligen und 53 Knappen. Lediglich Ludwig von Zweibrücken entkam der Gefangennahme. Bis zum folgenden Jahr wurden die Fürsten gegen hohe Summen und bedeutende Gebiete freigekauft.

Die Stiftsfehde war damit jedoch noch nicht beendet. Weitere Kämpfe forderten viele Opfer und richteten überall Verwüstungen an, und die Stadt Mainz selbst erlitt schwere Schäden. In der Nacht zum 28. Oktober 1462 gelang es Adolf von Nassau, mit 500 Mann durch den Verrat Mainzer Bürger über das Gautor in die Stadt einzudringen, und nach 12 Stunden Straßenkampf bemächtigte er sich der Stadt. 400 Menschen verloren ihr Leben, und Adolfs Männer plünderten und verbrannten die Stadt, einschließlich des Dominikanerklosters. Als „Strafe“ für die Unterstützung Diethers entzog Adolf der Stadt ihre Freiheitsprivilegien und damit ihren Status als freie Stadt; die Stadt kam unter die Verwaltung eines vom Erzbischof ernannten Vizedominus. Am folgenden Tag wurden die Bürger auf den Dietmarkt gerufen. Alle 800 Bürger, die erschienen, wurden aus der Stadt vertrieben; etwa 400 von ihnen wurden etwas später wieder aufgenommen und durften in Mainz bleiben.
Doch auch diese wittelsbachischen Erfolge beendeten den Krieg nicht. Stattdessen machte sich die schwere Belastung der bayerischen Finanzen durch die Kriegführung, vor allem durch das große Söldnerheer, bemerkbar. Die Mittel Herzog Ludwigs des Reichen waren erschöpft. Kurz nach seinem Triumph bei Giengen sah er sich daher gezwungen, den größten Teil seiner Söldner zu entlassen, was die militärische Lage erneut veränderte. Fortan wurde die Szenerie in Süddeutschland von fortdauerndem Kleinkrieg mit wechselnden Erfolgen bestimmt.
Darüber hinaus fanden erneut Verhandlungstreffen statt, um die Konflikte endgültig beizulegen. Nach dem Ende August 1462 in Nürnberg geschlossenen Waffenstillstand folgten weitere mühsame Verhandlungen. Erst ein Jahr später, im Juli 1463, fand in Prag ein Friedenskongress unter der Führung des böhmischen Königs Georg von Podiebrad statt, der sich inzwischen mit Kaiser Friedrich III. versöhnt hatte. Mit dieser Initiative hoffte der utraquistische König, die von Papst Pius II. angedrohte Exkommunikation abzuwenden. Nach komplexen Verhandlungen wurde am 22. und 23. August 1463 ein aus mehreren Einzelverträgen bestehender Friedensvertrag geschlossen. Der sogenannte Prager Frieden löste nicht alle strittigen Fragen, erwies sich aber dennoch als dauerhaft. Beide Seiten mussten Zugeständnisse machen. Während Markgraf Albrecht III. Achilles seine Pläne zur Vorherrschaft in Franken, die er durch die Stärkung des Nürnberger Landgerichts zu erreichen versucht hatte, endgültig aufgeben musste, wurde Herzog Ludwig IX. verpflichtet, die noch besetzten markgräflichen Gebiete zu räumen und alle Entschädigungsansprüche mit dem Markgrafen zu regeln. Dennoch gelang es ihm, sich zu behaupten, was in seinem Fall als Erfolg gewertet werden kann. Ein Erfolg, den er in erster Linie seinem starken Söldnerheer verdankte, das zu einem großen Teil – wahrscheinlich sogar überwiegend – aus böhmischen Söldnern bestand.

Der Waldshuterkrieg (auch Schaffhauserkrieg genannt) war Teil der militärischen Auseinandersetzungen im Jahr 1468 zwischen dem Adel im Sundgau, Breisgau, Klettgau und Hegau sowie Vorderösterreich unter der Führung des habsburgischen Herzogs Sigmund des Münzreichen auf der einen Seite und acht Orten der Alten Eidgenossenschaft zusammen mit mehreren verbündeten Städten auf der anderen. Der Schwerpunkt der Kämpfe lag bei Waldshut, das belagert und teilweise zerstört wurde.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts häuften sich die Zusammenstöße zwischen den adligen Anhängern der Habsburger und den Städten im süddeutschen Raum. Adlige sanken immer häufiger auf das Niveau von Raubrittern herab und überfielen städtische Kaufleute mit wachsender Regelmäßigkeit. Die Eidgenossen suchten diese Streitigkeiten zu nutzen, um ihren Einfluss nördlich des Rheins auszuweiten. Sie schlossen Schutzbündnisse mit den Städten Schaffhausen (1454), Rottweil (1463) und Mülhausen (1466). Zwei Ereignisse führten zur Eskalation des Konflikts:
Am 25. Juni 1468 fielen die Berner und Solothurner Truppen von Basel aus in den Sundgau ein und rückten über Blotzheim, Bartenheim und Habsheim auf Mülhausen vor, wobei sie Verwüstung hinterließen. Diesem ersten Treffen folgten Soldaten aus Zürich und Schwyz. Einheiten der innerschweizer Orte marschierten dann durch Dörfer am linken Rheinufer auf Mülhausen zu.
Am 6. Juli 1468 trafen die drei eidgenössischen Heeressäulen zwischen Thann und Mülhausen auf der als Ochsenfeld bekannten Ebene zusammen und erwarteten, dass die vorderösterreichischen Truppen sich ihnen zur offenen Schlacht stellen würden, was jedoch nicht geschah.
Nachdem die Habsburger und ihre Verbündeten den Kampf am Ochsenfeld verweigert hatten, versuchten die Eidgenossen, die Stadt Thann einzunehmen. Gleichzeitig wurde eine Abteilung von 1.000 Mann über Wehr und Tiengen nach Schaffhausen entsandt.
Am 16. Juli 1468 zogen sich die Eidgenossen aus dem Sundgau über Basel zurück und beendeten damit den sogenannten Sundgaufeldzug oder Mülhauserkrieg; der Kriegsschauplatz verlagerte sich weiter nach Osten.
Für die Verteidigung von Waldshut standen etwa 800 Mann zur Verfügung. Den Befehl führte Werner von Schienen (1410–1496). Unter den Verteidigern befanden sich auch Wilhelm Herter von Hertneck und Bilgeri von Heudorf. Der örtliche Adel hatte sich bereits während des ersten eidgenössischen Einfalls in den Klettgau nach Waldshut zurückgezogen. Die vorderösterreichischen Städte Breisach, Neuenburg am Rhein und Freiburg im Breisgau entsandten Hilfskontingente.
Waldshut war durch eine Ringmauer mit fünf Türmen geschützt, davor ein tiefer Graben und stellenweise auch der Rhein.
Die Breisgauer Ritterschaft besetzte den Abschnitt des Oberrheins zwischen Rheinfelden und Laufenburg, und Aufgebote aus dem vorderösterreichischen Breisgau besetzten den Schwarzwald, um dessen Bewohner am Überlaufen zu den Schweizern zu hindern. In diesem Gebiet setzte Herzog Sigmund auch böhmische Truppen ein. Die genaue Zahl der Kräfte, die Sigmund während des Waldshuterkriegs aufbot, ist nicht zuverlässig bekannt, überstieg aber erheblich die Zahl der Verteidiger innerhalb Waldshuts.
Markgraf Karl I. von Baden befürchtete, die Eidgenossen könnten von Mülhausen aus die Markgrafschaft Baden-Hachberg angreifen – sie war 1415 an die Hauptlinie des Hauses Baden zurückgefallen – und entsandte daher ebenfalls Truppen zur Besetzung der anderen sogenannten Waldstädte. Graf Ulrich V. von Württemberg begann gleichfalls mit Vorbereitungen, nachdem sich Berichte verbreitet hatten, die Eidgenossen beabsichtigten, die Stadt Villingen zu belagern. Herzog Ludwig der Reiche von Bayern bot Herzog Sigmund Unterstützung und Vermittlung an.
Ein größerer eidgenössischer Einfall und eine Besetzung des Schwarzwaldes hätten die süddeutschen Fürsten wahrscheinlich zum Eingreifen veranlasst, doch im Falle der bedrohten Grenzstadt Waldshut zeigten sie wenig Bereitschaft zu entscheidender Hilfe.
Obwohl die Bündnisverträge mit Mülhausen und Schaffhausen nur von wenigen Orten der alten achtörtigen Eidgenossenschaft (VIII Orte) geschlossen worden waren, traten alle acht dem Krieg gegen Herzog Sigmund bei, zusammen mit mehreren sogenannten zugewandten Orten, und sogar der Abt des Klosters St. Gallen entsandte Soldaten.
Die Eidgenossen hatten keinen Oberbefehlshaber; die Entscheidungen wurden von einem Rat der Hauptleute getroffen. Diese standen auch in schriftlichem Kontakt mit ihren Heimatorten und mussten oft nachträglich die Genehmigung für weitere Schritte einholen. Der Kommandant des Zürcher Kontingents galt als erster Hauptmann, der die Räte einberief.
Die Zürcher Truppen wurden von Eberhard Ottikon kommandiert. Einer der Hauptkommandeure der Zürcher Abteilung war auch der spätere Bürgermeister und Heerführer Hans Waldmann. Unter den Luzerner Einheiten befand sich der Chronist Petermann Etterlin. Die Berner wurden von Petermann von Wabern, Niklaus von Scharnachthal und Niklaus von Diesbach geführt.
Die Gesamtstärke des Belagerungsheeres erreichte gegen Ende der Belagerung 16.000 Mann, als zusätzliche Verstärkungen aus den Heimatorten eintrafen. Ein Teil der Kräfte war gleichzeitig durch Plünderungszüge in den Schwarzwald und durch die Sicherung der Belagerung gegen einen möglichen Entsatz der Stadt gebunden.
Auf dem Rhein vor Waldshut verfügten die Berner Truppen über zwei Boote und Luzern über eines, von denen aus die Stadtbefestigungen beschossen wurden.
Während sich die eidgenössischen Hauptkräfte noch im Sundgau befanden, entsandten sie auch 2.000 Mann als Verstärkung nach Schaffhausen. Von dort aus marschierten sie ab dem 27. Juni 1468 unter dem Kommando des Zürcher Hauptmanns Felix Keller auf einem verwüstenden Feldzug durch den Klettgau und eroberten am 29. Juni das Städtchen Erzingen.
Am 6. Juli 1468 unternahmen die Eidgenossen einen weiteren Plünderungszug in den Schwarzwald mit dem Ziel des Klosters St. Blasien, das für seine Habsburgertreue bekannt war. In den Dörfern Bürglen und Indlekofen wurden Besitztümer dieses Klosters geplündert. Bei Remetschwiel stießen sie auf eine von Bauern aus dem Hauensteingebiet verteidigte Letze (Befestigungsanlage).
Nachdem diese Verteidigungslinie am 7. Juli 1468 mit Hilfe zweier Abteilungen – einer aus Schaffhausen und einer aus dem Sundgau – überwunden worden war, hatten die Eidgenossen freien Weg zum Kloster St. Blasien. Beim Dorf Häusern kam ihnen Abt Christoph von Greuth entgegen und konnte sie gegen eine Zahlung von 1.500 Gulden zum Abzug bewegen.
Auf dem Rückweg brannten die Eidgenossen das Städtchen Waldkirch nieder, besetzten Tiengen – ein an Bilgeri von Heudorf verpfändetes Lehen des Bistums Konstanz – und hinterließen dort 600 Mann. Der österreichische Hofmarschall Jakob Trapp forderte aus der Stadt Freiburg zusätzliche Verstärkungen vom Kloster St. Blasien an und äußerte seine Befürchtung, der gesamte Schwarzwald wolle schweizerisch werden.
Am 19. Juli 1468 versammelten sich die eidgenössischen Hauptabteilungen, die am Sundgaufeldzug teilgenommen hatten, auf dem Rafzerfeld. Am 20. Juli 1468 beschlossen die Eidgenossen auf der Tagsatzung in Luzern – durch die Stimmen der Orte Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus und Schaffhausen – einen Kriegszug gegen Waldshut.
Als Erste trafen am 22. Juli 1468 die Luzerner Truppen zusammen mit Einheiten aus Glarus, Schwyz und Zug am südlichen Rheinufer vor Waldshut ein. Die Zürcher und Schaffhauser Truppen, die seit dem 20. Juli 1468 in Tiengen waren, setzten sich in Richtung der Stadt in Marsch. Die übrigen Einheiten – vor allem die schweren Bombarden aus Zürich und Bern, die zum Beschuss der Stadtmauern bestimmt waren – trafen nach und nach ein, sodass die erste Kanonade auf die Stadt schätzungsweise am 29. Juli 1468 stattfand.
Während der Belagerung wurden Berichten zufolge etwa 280 schwere Steinkugeln und weitere 248 kleinere Mörsergeschosse auf die Stadt und ihre Befestigungen abgefeuert. Der Beschuss zerstörte unter anderem die Stadtmühlen, die von den Einwohnern durch den Bau und die Nutzung von Treträdern ersetzt wurden. Da die Belagerer auch die Wasserversorgung der Stadt umleiteten und das Wasserschöpfen aus dem Rhein wegen des feindlichen Feuers gefährlich war, gruben die Verteidiger einen Brunnen am Rheintor.
Der herzogliche Hofmarschall Jakob Trapp organisierte zwei Versuche, die Stadt mit Munition und Proviant zu versorgen:
Auch die Verteidiger der Stadt blieben nicht untätig – sie unternahmen mehrere Ausfälle, die den Belagerern Verluste zufügten.
Der Landvogt Thüring III. von Hallwyl errichtete sein Hauptquartier in Laufenburg, und zwischen Albbruck und Dogern wurde eine befestigte Stellung mit 1.300 Mann eingerichtet. Im Gebiet von St. Blasien versammelte Herzog Sigmund etwa 1.600 böhmische Söldner, die jedoch nie wirkungsvoll in die Kämpfe eingriffen.
Aufgrund von Berichten über vorderösterreichische Einheiten und Gerüchten über bevorstehende Verstärkungen unter der Führung Herzog Sigmunds forderten die Eidgenossen am 10. August 1468 zusätzliche Soldaten aus ihren Heimatorten an. Diese trafen tatsächlich ein, und die Gesamtzahl der Belagerer wuchs auf 16.000 Mann.
Die Lage innerhalb der Stadt verschlechterte sich weiter – die Versorgung brach zusammen, die Stadtmauern waren durch den ständigen Beschuss schwer beschädigt, und die Habsburger und der Adel waren weder willens noch in der Lage, einen entscheidenden Entsatzversuch zu unternehmen.
Am 17. August 1468 planten die Eidgenossen einen direkten Sturm auf die Stadt, der zwei Tage später stattfinden sollte. Gleichzeitig waren jedoch bereits Friedensverhandlungen im Gange, und der Sturm wurde daher verschoben. Darüber hinaus brachen im eidgenössischen Lager ernsthafte Streitigkeiten zwischen den Orten Zürich und Bern aus.
Am 21. August 1468 unternahmen die Luzerner Truppen, unterstützt von den Orten Schwyz, Glarus und Appenzell, einen Plünderungszug auf Bonndorf im Schwarzwald, das dabei niedergebrannt wurde. Auf dem Rückzug wurde diese Abteilung von Sigmunds Einheiten angegriffen und konnte ihre Beute (darunter 400 Stück Vieh) nur mit Hilfe von Truppen aus Zürich und Zug ins Lager bringen. Am 24. August kam es zu weiteren Kämpfen an der Befestigung bei Albbruck.
Die Interessen der Zürcher Kaufleute reichten bis nach Waldshut, und es bestanden auch verwandtschaftliche Beziehungen. Formal argumentierte die Zürcher Seite, ein Sturm auf die Stadt sei nur unter hohen eigenen Verlusten möglich. Politisch hatte Zürich jedoch kein Interesse daran, dass Bern durch ein erobertes Waldshut Einfluss in diesem Gebiet sicherte.
Zürich wurde von den östlichen und innerschweizer Orten unterstützt, während Bern Solothurn und Luzern auf seiner Seite hatte. Diese Rivalitäten innerhalb des eidgenössischen Lagers führten letztlich zum Ende der Belagerung.
Insbesondere die Stadt Basel, durch ihren Bürgermeister Peter Rot, sowie die Fürstbischöfe Johann V. von Venningen (Bischof von Basel) und Hermann III. von Breitenlandenberg (Bischof von Konstanz) bemühten sich um eine friedliche Beilegung zwischen der Eidgenossenschaft und den Habsburgern. Auch die Räte Herzog Ludwigs von Bayern und Markgraf Rudolfs von Hachberg-Sausenberg nahmen an den Verhandlungen teil; Hans von Flachslanden vertrat Letzteren am Verhandlungstisch. Am 14. August 1468 nahmen die Vermittler Kontakt mit den Hauptleuten der Eidgenossen auf, und am 16. August begannen in Dogern Friedensverhandlungen, die am 27. August zur Unterzeichnung des als Waldshuter Richtung bekannten Friedensvertrags führten. Demnach verpflichtete sich Herzog Sigmund zur Zahlung von Kriegsentschädigungen in Höhe von 10.000 Gulden bis zum 24. Juni 1469. Als Sicherheit stellte er den Eidgenossen die Stadt Waldshut und den vorderösterreichischen Teil des Schwarzwaldes. Der Waldshuterkrieg führte nur zu minimalen Gebietsveränderungen. Die einzige Ausnahme bildete die Herrschaft Wessenberg südlich des Rheins mit den Dörfern Hottwil und Mandach, die Bern eroberte und seiner Landvogtei Schenkenberg einverleibte.
Die Belagerung Waldshuts wurde am 28. August 1468 aufgehoben. Herzog Sigmund lieh sich daraufhin durch den Vertrag von Saint-Omer 50.000 Gulden von Herzog Karl dem Kühnen von Burgund, wobei er die vorderösterreichischen Gebiete im Breisgau und Oberelsass verpfändete. Die Verwaltung dieser verpfändeten Gebiete übernahm zunächst eine von Markgraf Rudolf von Hachberg-Sausenberg geleitete Kommission, die einen Bericht über deren Zustand erstellte. Anschließend ernannte Karl der Kühne Peter von Hagenbach zum Landvogt, der sein Amt im November 1468 antrat. Sigmund zahlte den Eidgenossen die Kriegsentschädigung von 10.000 Gulden am 23. Juni 1469. Der Bürgermeister von Schaffhausen musste allerdings bis 1476 auf die Rückerstattung seines Lösegeldes von 1.800 Gulden warten, das ihm ebenfalls gemäß dem Vertrag zustand. Kaiser Friedrich III., Vetter Herzog Sigmunds, erklärte den Friedensvertrag am 26. Mai 1469 für nichtig und verhängte am 31. August die Reichsacht über die Eidgenossenschaft. Keine dieser Entscheidungen hatte jedoch reale Auswirkungen.
Obwohl Waldshut während der Belagerung beträchtlichen Schaden erlitt, erneuerte Kaiser Friedrich III. am 21. November 1468 die Privilegien der Stadt und gewährte ihr darüber hinaus am 24. Februar 1469 das Recht, einen Wasserzoll auf alle über die Flüsse Aare, Reuss und Limmat eingeführten Waren zu erheben. Herzog Sigmund stellte der Stadt am 8. September 1468 einen „Schadlosbrief“ (Entschädigungsbrief) aus, in dem er sich verpflichtete, den durch die Belagerung entstandenen Schaden zu ersetzen. Er erfüllte diese Verpflichtung durch die Verpfändung des Straßenzolls an die Stadt, dank dessen sich die Stadt wirtschaftlich bald erholte.
Der französische König Ludwig XI. versuchte, sowohl die Eidgenossenschaft als auch Herzog Sigmund als Verbündete gegen Burgund zu gewinnen, und vermittelte den Frieden zwischen ihnen – die sogenannte Ewige Richtung. Nachdem Karl der Kühne 1477 in der Schlacht bei Nancy gefallen war, nahm Herzog Sigmund die verpfändeten vorderösterreichischen Gebiete wieder in Besitz, ohne die geliehenen 50.000 Gulden zurückzuzahlen.
Diebold Schilling schreibt in seiner Berner Chronik über die Beteiligung böhmischer Söldner wie folgt:„It was then, when the camp was laid before Waldshut, that about sixteen hundred Bohemians were sent from the Empire by the duke to aid the lords; and when they came, no warlike action was taken on their part against the Confederacy, for they caused more harm to friends than to the Confederacy. Nevertheless, the Imperial Duke had it explained to the Confederacy through his envoys that he was in an agreement with Duke Sigismund of Austria, according to which he had to send him men, and even if those he sent him stayed somewhere along the way and did not return home, he cared little about it, for he had to send them to him for the sake of honour and on the basis of his earlier written agreement, which they had made together before this war; whatever else he could do and negotiate for peace and good in this matter, he wished to do so with good will, as he and his predecessors had done during those earlier fifteen-year truces and in other affairs.“ Diese Aufzeichnung wird von einer äußerst eigentümlichen Darstellung böhmischer Soldaten begleitet.
Es scheint, dass die böhmischen Söldner von dem bayerischen Herzog Ludwig IX. unter dem Bündnisvertrag, den er mit Sigmund hatte, zu diesem entsandt wurden. Ludwig hatte sich längst auf böhmische Söldner gestützt, insbesondere während des sogenannten Bayerischen Krieges (1459–1463). Es überrascht daher nicht, dass er sie auch in diesem Konflikt einsetzte, an dem ihm wenig lag, und somit nur so viel Beteiligung leistete, dass man ihm nicht die Verletzung von Bündnisverträgen vorwerfen konnte.
Den Böhmen eilte wohl ihr militärischer Ruf voraus, denn trotz ihrer geringen Zahl hielt Schilling sie nicht nur für erwähnenswert, sondern betonte auch ausdrücklich, dass ihre Anwesenheit keine militärische Wirkung hatte. Mit dem Hinweis, dass sie „caused more harm to friends than to the Confederacy“ spielte Schilling höchstwahrscheinlich auf das weitverbreitete Laster böhmischer Soldaten an, die umso mehr plünderten, je weiter sie sich von Böhmen entfernten.
In der begleitenden Buchmalerei werden sie als Heiden und Orientalen mit langem Haar dargestellt, was eindeutig eine Anspielung auf die öffentliche Wahrnehmung der Böhmen als Ketzer ist.
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