Der Rock war ein grundlegender Typ der Oberbekleidung. Er wurde am häufigsten aus Wollstoff gefertigt, der im Tschechischen sukno genannt wird, weshalb diese Art von Kleidungsstück im Alttschechischen sukně hieß, was im heutigen Tschechisch Rock bedeutet. Er konnte in verschiedenen Längen vorkommen. Die lange Variante wurde wahrscheinlich als reverenda bezeichnet, wie eine Aufzeichnung aus dem Jahr 1478 nahelegt, wonach der Prager Mälzer Rameš eine „reverendě nové barvy“ (Reverenda neuer Farbe) zu tragen pflegte. Die Röcke konnten mit Stoff, Pelz gefüttert oder ungefüttert sein. Davon zeugt im Jahr 1425 Tomášek von Hlohovice, der seinem Bruder eine „sukni s beránčím kožichem“ (Rock mit Lammfell) und eine „sukni parvířku s liščím kožichem“ (Rock „parvířka“ mit Fuchsfell) hinterließ. Derselbe Tomášek besaß jedoch auch eine „sukni modrú nepodšitú“ (blauen Rock ohne Futter). Der Pilsner Bürger Jan Chudoba vermachte 1432 aus seiner Garderobe dem „knězi Šimanovi sukni černú svú s liščím kožichem“ (schwarzen Rock mit Fuchsfell dem Priester Šiman). Meister Petr, ebenfalls aus Pilsen, erwähnt 1492 eine „harasovú suknici krátkú podšitú“ (kurzen gefütterten Rock aus Haras). Der Prager Mälzer Duchek, der 1437 starb, besaß unter anderem drei Röcke, einen „šerú s beránčím kožichem črným“ (grauen mit schwarzem Lammfell), einen weiteren „s liškami“ (mit Fuchsfellen) und einen weiteren „s plátnem“ (mit Leinwand), das heißt, mit Leinenstoff gefüttert (Leinwand bedeutete zu jener Zeit nicht unbedingt Leinwandbindung, sondern bezeichnete Leinenstoff).
Am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts finden wir in schriftlichen Quellen Röcke, die mit Pelz besetzt waren. Zum Beispiel findet sich in den Büchern von Jindřichův Hradec aus dem Jahr 1496 die Erwähnung einer „červená, lasicí opremovaná“ (roten, mit Marder besetzten), die 2 Schock Groschen kostete. Im Jahr 1503 stahl ein Diener auch der Edeldame Barbora von Vrchlabí eine „sukni atlasovou zelenou, kožichem podšitou a lasičkami opremovanou“ (grünen Samtrock, mit Pelz gefüttert und mit Marder besetzt).
In den böhmischen Ländern lassen sich drei am häufigsten vorkommende Varianten nachverfolgen:
Ein Rock mit einem mehr oder weniger hemdartigen Schnitt in verschiedenen Längen, entweder mit engen oder weiten Ärmeln. Die Bezeichnung „einfach“ bezieht sich nicht auf das Material, das durchaus luxuriös sein konnte, sondern auf die relative Schlichtheit des Schnitts. Er konnte mit damals modischen Falten oder Drapierungen verziert sein. In der böhmischen Ikonographie tragen würdevollere Figuren (z. B. Älteste, Heilige, Engel usw.) typischerweise sehr schlichte, aber auch sehr lange Röcke.


Der Rock, von den Italienern „vestina“ genannt, zeichnet sich durch ein eng anliegendes Mieder aus, das verschlossen wurde, und einen mehr oder weniger drapierten Schoß verschiedener Länge, der gewöhnlich nicht länger als knapp unter die Knie reichte.

Dieser Rocktyp zeichnet sich durch Sackärmel und reiche Raffung über seine gesamte Länge aus. Die böhmische Variante unterscheidet sich von ihren westeuropäischen Gegenstücken, insbesondere in der Konstruktion der Ärmel. Es scheint, dass in Böhmen eine tiefe Ärmelkugel, die sogenannte grande assiette, beibehalten wurde, wodurch böhmische Röcke dieses Typs ein etwas abgeflachtes Erscheinungsbild erhalten, im Gegensatz zur eher quadratischen Form, die in Westeuropa typisch war. Dies wird besonders deutlich in Kombination mit Mänteln ohne Schulterpolsterung, wie sie in Burgund und Frankreich üblich waren. Im Westen hatte dieser Ärmeltyp gewöhnlich zwei Öffnungen zum Durchstecken der Hand — eine am Handgelenk, wie bei normalen Ärmeln üblich, und eine weitere etwa auf Ellbogenhöhe. Obwohl Darstellungen solcher Ärmel beispielsweise in der Kuttenberger Bibel zu finden sind, deuten andere zeitgenössische böhmische Darstellungen darauf hin, dass böhmische Ärmel typischerweise eher quadratisch waren und nur eine Öffnung für die Hand hatten, ungefähr auf Ellbogenhöhe. Diese Ärmelkonstruktion kann indirekt durch einige schriftliche Quellen bestätigt werden. So findet sich beispielsweise in einem Rakonitzer Gerichtsbuch von 1486 der Eintrag:„Poručil jsem, aby kladl peníze do truhly, a on kladl do rukáva sukně své.“ (Ich befahl ihm, das Geld in die Truhe zu legen, und er legte es in den Ärmel seines Rocks.) An anderer Stelle kann man lesen: „Vyňal peníze s měchýřem, dosti pěkný uzlík, a vložil je do rukáva.“ (Er zog das Geld heraus, ein recht hübsches Bündel, und steckte es in seinen Ärmel.)
Dieser Rocktyp war am häufigsten mit Pelz gefüttert.



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