Das Lehnswesen

Das Lehnswesen (manská soustava) war ein mittelalterliches System territorialer und organisatorischer Einheiten, die an Burgen gebunden waren. Einzelne Gebiete wurden vom Eigentümer erblich an Personen (Vasallen, tschechisch manové) vergeben, die im Gegenzug verpflichtet waren, ihm Dienste militärischer und wirtschaftlicher Natur zu leisten. Zusammen mit dem Land erwarben die Vasallen auch bestimmte rechtliche, gerichtliche und wirtschaftliche Privilegien.

Je nach Art der geforderten Gegendienste unterschied man zwischen edlen Lehen (manství ušlechtilá, bei denen die Vasallen Militärdienst leisten mussten) und Robotlehen (manství robotná, bei denen die Vasallen beim Betrieb der Burg oder der Bewirtschaftung des Gutes helfen mussten).

Das Lehnswesen wurde in den böhmischen Ländern erstmals wahrscheinlich auf den Gütern Brunos von Schauenburg angewandt und steht im Zusammenhang mit der Einführung des deutschen Rechts. Die historische Forschung konnte die Ursprünge des Lehnswesens in Böhmen und Mähren jedoch bisher nicht befriedigend klären.

Aufgrund der Knappheit schriftlicher Quellen ist unser Wissen über das Lehnswesen lückenhaft. Zu den bekanntesten gehören die Lehnssysteme der Burg Karlštejn, der Burg Křivoklát und einiger Burgen in Ostböhmen (Náchod, Trutnov). Auch kleinere Adelsburgen konnten Lehnssysteme haben. So hatte beispielsweise die Burg Nový Žeberk Lehen in Kundratice, Kyjice, Újezd, Boleboř und Bernov.

Quellenverzeichnis:

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