Ich möchte Michal Kacl, Jan Škvrňák, Jan Boukal und Markéta Poskočilová für ihre Hilfe bei der Recherche danken.
Das Wappen erhielt Jobst von Einsiedl nach Sedláček „bezpochyby za krále Ladislava“ (zweifellos unter König Ladislaus); seine Besserung durch König Friedrich III. vom 23. November 1455 ist in Chmels Regesten (Nr. 3452) verzeichnet, und Sedláček nahm sie in sein Verzeichnis der Wappenbriefe aus den Jahren 1439–1456 auf. Vojtěch Král von Dobrá Voda führt das Wappen der Týřovský unter den Beispielen an, in denen der Adler „jakožto znamení zvláštní císařské milosti“ (als Zeichen besonderer kaiserlicher Gnade) verliehen wurde – im 1. und 4. Feld des „štípeného a dvakráte děleného štítu“ (gespaltenen und zweimal geteilten Schildes).
Die Beschreibung des Wappens der Týřovský weicht bei den einzelnen Autoren erheblich voneinander ab. August Sedláček schreibt in der Českomoravská heraldika, dass „z Enzidle Týřovští měli štít křížem rozdělený v 1. a 4. poli napříč děleném nahoře černého orla v bílém, ve zpod v bílém tři pruhy pošikem, v 2. a 3. poli modrém tři duty bílé špičkami k sobě a na tři strany se rozbíhající, nad štítem dvě helmy s přikryvadly modrými a bílými s poprsím muže v modrém oděvu se zlatým lemováním, levou s přikr. červenými a bílými s vysokým červeným kloboukem s bílou ohnutou střechou a (černou) kytou.“ (die Týřovský von Einsiedl hatten einen kreuzweise geteilten Schild; im 1. und 4. Feld querweise geteilt, oben ein schwarzer Adler in Silber, unten in Silber drei Schrägbalken; im 2. und 3. blauen Feld drei weiße Straußenfedern, mit den Spitzen gegeneinander gestellt und in drei Richtungen auseinandergehend; über dem Schild zwei Helme mit blau-weißen Helmdecken und dem Brustbild eines Mannes in blauem Gewand mit goldener Einfassung, links mit rot-weißen Helmdecken und einem hohen roten Hut mit weißer gebogener Krempe und einem (schwarzen) Federbusch.)
Rudolf Jan Meraviglia-Crivelli schreibt in Der Böhmische Adel:
„Wappen: Gespalten und zweimal geteilt; 1. u. 2. in Silber ein schwarzer Doppeladler; 2. u. 5. in Blau drei silberne, in Deichsel gestellte Straussenfedern; 3. u. 6. in Silber zwei rothe Schrägrechtsbalken. - Zwei Helme: I aus der Helmrone, eine schwarzgekleidete Jungfrau mit offenen goldenen Haar, welche sich mit beiden Händen eine goldene Krone auf das Haupt setzt; Decken: blau-silbern - II. hoher, rother Heidenhut mit weissem Stulp und oben mit sieben schwarzen Hahnenfedern besteckt; Decken: Roth-silbern.“
Wappen: Gespalten und zweimal geteilt; im 1. und 2. silbernen Feld ein schwarzer Doppeladler; im 2. und 5. blauen Feld drei silberne, in Deichselform gestellte Straußenfedern; im 3. und 6. silbernen Feld zwei rote Schrägrechtsbalken. — Zwei Helme: I. aus der Helmkrone eine schwarzgekleidete Jungfrau mit offenem goldenem Haar, die sich mit beiden Händen eine goldene Krone aufs Haupt setzt; Helmdecken: blau-silbern — II. ein hoher roter Heidenhut mit weißem Stulp und sieben schwarzen Hahnenfedern obenauf; Helmdecken: rot-silbern.
Aus dem Siegel Jobsts von Einsiedl und den meisten erhaltenen Wappen der Familie Týřovský geht hervor, dass die Darstellung der Balken in einem eigenen Feld eher die Erfindung desjenigen ist, der das Wappen abgebildet hat. Sie erscheint nur auf einer einzigen Darstellung des Týřovský-Wappens, nämlich auf dem Wappen der Dorota Polyxena Kateřina Kokořovská, geborene Týřovská, und danach nur auf Darstellungen, die nach dem Aussterben der Familie entstanden. Sedláček selbst gibt in seiner Blasonierung an, dass der Schild in nur 4 Felder geteilt ist und zugleich das 1. und 4. sekundär querweise geteilt sind.
Die Adler werden nie vollständig dargestellt, doch ist dies weniger beabsichtigt als vielmehr eine praktische Frage — ein ganzer Adler passt schlicht nicht in das Feld. So wird der Adler unterschiedlich dargestellt, entweder fast vollständig, nur ohne Krallen (Grabstein des Jindřich, Siegel und Grabstein des Jakub Jindřich, Relief der Dorota Polyxena Kateřina Kokořovská von Kokořov, geborene Týřovská) oder nur als Brustbild (Siegel Jobsts von Einsiedl, Wappenbuch des Lucas Cranach des Jüngeren, Wappen auf der Kartusche in der Kirche in Milíčov).
Angesichts der geringen Zahl erhaltener farbiger Darstellungen direkt aus der Zeit vor dem Aussterben der Familie Týřovský ist die Bestimmung der Wappenfarben etwas komplizierter. Beginnen wir mit dem linken Helm und dem dazugehörigen Helmkleinod, einer Tartarenmütze, deren Farbe sowohl in der Blasonierung bei Sedláček als auch bei Meraviglia-Crivelli sowie in den Darstellungen Cranachs des Jüngeren und vom Altar in Milíčov übereinstimmt. Aus den Darstellungen Cranachs, vom Milíčover Altar und aus dem Relief der Dorota Polyxena Kateřina Kokořovská können wir schließen, dass die Mütze zusätzlich gespalten war, wobei nur eine Hälfte rot war, während die andere silbern war, was auch der Farbe der zugehörigen Helmdecke entspräche, deren Farben ebenfalls in den Blasonierungen und den Darstellungen übereinstimmen. Die Blasonierungen und Cranachs Darstellung stimmen auch in der silbernen/weißen Farbe der Helmdecke des rechten Helms überein. Wo jedoch die Blasonierungen (und modernen Darstellungen des Wappens) von den zeitgenössischen Darstellungen abweichen, sind die Farben der Figuren auf dem Schild. Es scheint, dass das Problem entstand, als die Helmdeckenfarben den Figuren auf dem Schild zugeordnet wurden, wobei das blau-silberne Schema wahrscheinlich fälschlich den Federn im 2. und 3. Feld und das rot-silberne Schema den Balken (Leisten) im 1. und 4. Feld zugeordnet wurde. Ich habe bewusst das Helmkleinod des rechten Helms nicht erwähnt, das nach Sedláček ein Mann in blauem Gewand ist, nach Meraviglia-Crivelli hingegen eine schwarzgekleidete Jungfrau, die sich eine Krone aufs Haupt setzt. Aus farbigen wie unfarbigen Darstellungen geht klar hervor, dass der Mann sofort ausgeschlossen werden kann. Cranach der Jüngere ordnete die Jungfrau korrekt den Balken zu, das heißt, seine Jungfrau, die Balken und die zugehörige Helmdecke sind von derselben blauen Farbe. Es ist möglich, dass Cranach die blaue Farbe von den Balken des Wappens von Kožlany übernahm, das Jobst von Einsiedl 1472 für die Stadt erwarb, und das seine Balken angeblich vom Wappen seines Lehnsherrn übernahm. Auch Sedláček schreibt im Artikel über Kožlany, Vladislav II. habe 1472 das Wappen des Städtchens „o rodinný znak Týřovských z Ensidle“ (um das Familienwappen der Týřovský von Einsiedl) vermehrt, und beschreibt es: „štít na příč rozpůlený; v dolní polovici 2 pruhy stříbrné a 2 červené pošikem položené, v hor. polovici barvy modré vystupuje polovina kozla barvy stříbrné, držící sekeru“ (ein quergeteilter Schild; in der unteren Hälfte 2 silberne und 2 rote Schrägbalken, aus der oberen, blauen Hälfte wächst ein halber silberner Bock hervor, der eine Axt hält).Korrekter wäre jedoch die Variante aus Milíčov, wo die Jungfrau, die entsprechende Helmdecke und die Balken allesamt schwarz sind. Es ist bemerkenswert, dass dies auch die einzige zeitgenössische Darstellung ist, auf der sich die Jungfrau eine Krone aufs Haupt setzt.
Zum Wappenbuch selbst: Es handelt sich um die Handschrift German MS 2 der John Rylands Library in Manchester, die Kurfürst August von Sachsen 1565 bei Lucas Cranach dem Jüngeren in Wittenberg bestellte. Cranachs Werkstatt schuf sie jedoch nicht neu, sondern kopierte ein älteres habsburgisches Wappenbuch aus der Zeit um 1500, das Bianca Maria Sforza gewidmet war. Die Darstellung des Týřovský-Wappens geht damit ikonographisch auf eine Zeit nur ein Vierteljahrhundert nach Jobsts Tod zurück, und zwar an jenem Hof, der das Wappen 1455 gebessert hatte; es ist wohl seine älteste farbige Darstellung. Das Wappen steht unter den böhmischen und österreichischen Herren unmittelbar nach den Herzögen von Podiebrad.
Zwei Dinge sind klarzustellen. Erstens ist die Seitenverkehrung der Felder kein systematisches Merkmal der Handschrift: Der sächsische Kurschild, die Podiebrader und die Lamberger auf derselben Seite sind richtig orientiert, seitenverkehrt sind dagegen auch die Schwanberger (der Schwan blickt heraldisch links) und die Hassensteiner von Lobkowitz (vertauschte Felder wie bei den Týřovský). Der Fehler lag also wohl schon in der Vorlage, die Cranachs Werkstatt getreu abschrieb. Zweitens verleitet die bloße Beschriftung Einsiedell zur Verwechslung mit den sächsischen Herren von Einsiedel (Gnandstein, Scharfenstein), von denen Meraviglia-Crivelli schreibt, das Geschlecht sei „auch im Meissnischen ansässig“ gewesen. Sedláček weist das in Ottos Konversationslexikon ausdrücklich zurück – das Geschlecht sei „rozdílný od hrabat z Einsiedlu v Německu žijících i krví i erbem“ (von den in Deutschland lebenden Grafen von Einsiedel nach Blut wie Wappen verschieden) –, und das Wappenbuch gibt ihm recht: Die sächsischen Einsiedel erscheinen darin gesondert, auf fol. 158 unter der meißnischen Ritterschaft, mit ihrem redenden Wappen, einem Einsiedler in der Kutte mit Stab, Hacke und Rosenkranz im goldenen Schild, das mit dem Wappen der Týřovský keine einzige Figur gemein hat.
Die korrekte Blasonierung lautet daher höchstwahrscheinlich:
Ein gevierter Schild, wobei das 1. und 4. Feld querweise geteilt ist, mit einem schwarzen wachsenden oder aufsteigenden Adler auf goldenem Grund oben und zwei schwarzen Schrägbalken auf silbernem Grund unten. Im 2. und 3. roten Feld drei silberne Straußenfedern, mit den Spitzen gegeneinander gestellt und auseinandergehend. Über dem Schild zwei Helme mit Kronen; der linke mit rot-silbernen Helmdecken, aus denen eine gespaltene hohe Tartarenmütze mit schwarzem oder silbernem Federbusch aufsteigt, deren linke Hälfte silbern und deren rechte Hälfte rot ist. Der rechte Helm hat schwarz-goldene Helmdecken und im Kleinod eine schwarzgekleidete Jungfrau, entweder gekrönt oder sich eine goldene Krone aufs Haupt setzend.


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